Hinweis: Ich habe Daysy, AVA und den cyclotest myWay kostenlos zum Testen zur Verfügung gestellt bekommen. Darüber hinaus gibt es keine vertraglichen Vereinbarungen. Weder wurde ich für das Schreiben eines Beitrages, noch für dessen Inhalt bezahlt. Ich berichte über alle Produkte aus freien Stücken und selbstverständlich beruht dieser Beitrag auf meiner eigenen Meinung. Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links.

Die Frage, ob Verhütung mit Zykluscomputern sicher ist und gut funktioniert, ist aktuell so präsent wie noch nie. Immer mehr Frauen möchten hormonfrei und natürlich verhüten und wägen ihre Optionen ab. Zykluscomputer gehören definitiv zu diesen möglichen Verhütungsmethoden. Allerdings kommen bei diesem Thema schnell Fragen auf. Sind diese Computer sicher? Wie funktionieren sie? Brauche ich zwingend einen Zykluscomputer, wenn ich natürlich verhüten möchte?

Diese Fragen lassen sich nicht pauschal beantworten, denn dabei gibt es einiges zu beachten. Einer grundlegenden Frage möchte ich mich aber schon vorab annehmen, und zwar der Frage nach der Notwendigkeit. Braucht man zur natürlichen Verhütung zwangsläufig einen Zykluscomputer? Nein, ganz sicher nicht. Man kann durchaus mit einem Basalthermometer, einem Stift und einem Zyklusblatt genauso gut und sicher verhüten wie mit einem Zykluscomputer. Natürlich setzt das ein bisschen mehr Wissen und Übung voraus. Viele Frauen fühlen sich aber gerade zu Beginn der natürlichen Verhütung einfach nicht sicher genug, wenn sie ihre Zyklen selbst auswerten.

Ein Zykluscomputer ist ein Luxus-Verhütungsartikel. Sicher nicht zwangsläufig notwendig, aber für viele Frauen eine absolute Erleichterung. Ich vergleiche das immer gerne mit einem neuen iPhone: Brauche ich ein iPhone, um zu mobil erreichbar zu sein, oder würde es eigentlich auch ein altes Nokia 3210 tun? Sicher wäre ich auch mit einem alten Handy erreichbar, aber so ein Smartphone erleichtert mir schon das Leben und ist einfach viel cooler. 🙂

Wichtiger Unterschied: Zykluscomputer vs. Messsensor

Bevor wir uns auf die verschiedenen Zykluscomputer und deren Funktionsweise und Sicherheit konzentrieren, schauen wir uns erstmal den Unterschied zwischen einem Computer und einem Messsensor an. Meist werden diese beiden Geräte nämlich in einen Topf geschmissen. Das ist zwar verständlich, da sie sich auch ähneln können, aber dennoch handelt es sich hier um zwei völlig verschiedene Geräte.

Sowohl Zykluscomputer als auch Messsensoren bestimmen durch verschiedene Parameter die fruchtbaren Phasen. Die meisten Geräte machen das, indem sie entweder nur die Temperatur oder aber die Kombination aus Temperatur und Veränderungen des Zervixschleims für ihren Algorithmus nutzen. Damit bestimmen sie sehr sicher die Fruchtbarkeit.

Der Unterschied ist sehr klein, aber fein!

Während Zykluscomputer wie Daysy oder myWay die ganze Technik und den wichtigen Algorithmus im Gerät integriert haben und somit autonom funktionieren, benötigen Messsensoren wie Wink, Trackle oder Ava eine App. Diese Sensoren sind also „nur“ eine sehr genaue Form eines Thermometers, die die Basaltemperatur aufzeichnen und via Bluetooth an die dazugehörige App senden. Hier ist also nicht nur wichtig, dass der Messsensor gut funktioniert, sondern auch die App muss einen sehr guten Algorithmus haben. Hierzu aber später mehr.

Welche Zykluscomputer gibt es?
Wie sicher sind sie?

Es gibt drei verschiedene Arten von Zykluscomputern. Computer, die ausschließlich mit der Temperatur und der Eingabe der Menstruation arbeiten, dann Geräte, die mittels Hormonbestimmung im Urin arbeiten und es gibt einen Zykluscomputer, der nach der symptothermalen Methode, also sowohl Temperatur als auch Zervixschleim, die fruchtbare Zeit bestimmt. Wichtig ist, sich vorher zu entscheiden, welche Methode einem zusagt.

Hormonmessung

Die Hormonmessung ist eine Variante, die ich keinesfalls empfehlen würde, wenn wirklich absolut kein Kinderwunsch besteht. Computer wie der Persona, die mittels Hormonmessung bestimmen, nutzen die hormonellen Veränderungen im weiblichen Zyklus, um vorauszusagen, wann von einer Fruchtbarkeit auszugehen ist und wann nicht. Östradiol (E3) und das Luteinisierende Hormon (LH) sind die beiden Hormone, die für die Ermittlung des Eisprungs benötigt werden. Diese beiden Hormone steigen vom Beginn des Zyklus‘ immer weiter an und erreichen während des Eisprungs ihren Höhepunkt, danach fallen sie wieder ab. Um diese Veränderungen feststellen zu können, nutzt der Persona den Morgenurin. Hierzu pinkelt man einfach morgens auf einen Teststreifen und schiebt diesen dann in den Monitor.

Hormone sind störanfällig und wenig aussagekräftig.

Es gibt unheimlich viele Dinge, die die Hormonwerte verfälschen, stören oder beeinflussen können. Dazu gehören z. B. allgemeine Hormonschwankungen bei PCOS, PMS, Erkrankungen der Schilddrüse oder auch der Nebennieren, die die Sexualhormone beeinflussen, sowie unregelmäßige Zyklen. Selbst falsche Ernährung oder Untergewicht können einen Einfluss auf die Hormone haben. Hinzu kommen auch unerkannte Erkrankungen der Nieren und der Leber, die die Hormonausscheidung über den Urin verändern können.

Sicherheit

Genau deshalb erreicht man mit dieser Art Geräte auch nur eine Sicherheit von 94 %, das bedeutet, von 100 Frauen, die mit einem solchen Computer verhüten, werden 6 Frauen ungewollt schwanger. Mehr Informationen zum Persona findest du hier.

Temperaturmethode

Zu den Zykluscomputern, die anhand der Temperaturmethode die Fruchbarkeit bestimmen, gehört zum Beispiel Daysy. Daysy stammt aus einer ganzen Dynastie von tollen und bewährten Zykluscomputern, denn die Hersteller liefern der Frauenwelt schon seit 30 Jahren tolle Geräte. Neben Daysy gibt es vom gleichen Hersteller auch noch den LadyComp oder den Pearly. Von ihrem Algorithmus her sind Daysy, Pearly und LadyComp identisch und somit auch alle gleich sicher. Allerdings unterscheidet sich Daysy von den anderen beiden ein bisschen, da sie weder ein Display noch eine Temperaturanzeige hat. Daysy hat ein Ampelsystem!

Sie zeigt dir den Status deiner Fruchtbarkeit durch ein einfaches Ampelsystem an.
grün = nicht fruchtbar
rot = fruchtbar
gelb = Zyklusschwankungen (potentiell fruchtbar)

Die Anwendung von Daysy ist so einfach wie ihr Ampelsystem. Alles was Daysy von dir verlangt ist, dass du jeden Morgen, sobald du wach bist, noch im Bett deine Temperatur misst. Hierfür ziehst du einfach die kleine Kappe von Daysy ab und misst mit dem Temperatursensor deine Basaltemperatur unter der Zunge. Dieser Sensor ist speziell für diese Funktion entwickelt worden und somit sehr schnell und sehr genau. Nach 60 Sekunden signalisiert dir Daysy mit einem Summen, dass die Messung beendet ist. Du kannst dann sofort sehen, ob die Ampel grün, gelb oder rot leuchtet. Falls man noch genauere Einblicke in die Zykluskurve haben möchte, kann man diese über eine App verfolgen. Die App ist aber nur ein Zusatz und hat keinen Einfluss auf den Algorithmus des Gerätes.

Sicherheit

Die Sicherheit von Daysy, Pearly und Ladycomp lag in den letzten 30 Jahren auf Grund des gleichen Algorithmus bei allen drei Geräten bei 99,3 %. Da Daysy so eine kinderleichte Anwendung ist, wurde hier in den letzten Jahren eine neue Studie durchgeführt. Die Sicherheit hat sich nicht nur bestätigt, sondern auch noch leicht verbessert. Laut der neuen Studie liegt die Sicherheit von Daysy bei 99,4 %.

 

Symptothermale Methode

Der einzige mir bekannte Zykluscomputer, der mit der Symptothermalen Methode arbeitet, ist der cylotest myWay. Das bedeutet, um einen Zyklus richtig auszuwerten, benötigt das Gerät die tägliche Messung der Basaltemperatur, die Beschaffenheit des Zervixschleims und die Eingabe der Menstruation. Anhand dieser Parameter bestimmt der Computer die fruchtbaren Tage im Zyklus. Zusätzlich zu diesen Informationen ist der myWay darauf angewiesen, dass mögliche Störfaktoren zuverlässig angegeben werden.

Alle anderen freiwilligen Angaben, die getätigt werden können, wie z.B. Muttermundbeschaffenheit, Mittelschmerz & Co., fließen nicht in die Auswertung mit ein, sondern dienen nur der eigenen Dokumentation.

Im Gegensatz zu Daysy hat der myWay ein Display mit einem Touchscreen. Auf dem kleinen Bildschirm kannst du Einsicht auf deine Zykluskurve nehmen und tagesaktuell deine Fruchtbarkeit sehen.

cyclotest myWay Zykluscomputer

Sicherheit

Der myWay bietet bei richtiger Anwendung der symptothermalen Methode eine Sicherheit von 99,7 % und ist somit das sicherste Gerät.

Temperatursensoren

Zu Beginn dieses Beitrags habe ich bereits die Temperatursensoren erwähnt. Eventuell sind aber noch ein paar Fragen offen geblieben. Messsensoren kann man eigentlich in zwei Kategorien einteilen, die wir uns im Folgenden anschauen.

Bluetooth-Thermometer

Es gibt sehr spezielle Bluetooth-Thermometer, die eine besondere Messspitze haben und extra für die symptothermale Methode entwickelt wurden. Sie messen schneller als normale Balasthermometer, piepsen leiser oder vibrieren nur, wenn sie die Messung abgeschlossen haben, und übertragen die Temperatur direkt an die zugehörige App. Hier gibt es aktuell nur ein sehr gutes Modell aus Amerika, das zur App Kindara gehört, namens Wink. Ovy entwickelt gerade ein Bluetooth-Thermometer, welches dieses Jahr noch auf den Markt kommen wird. Allerdings gibt es auch noch ein Negativ-Beispiel, das Femometer, das ich leider gar nicht empfehlen kann.

Messsensoren, die nachts getragen werden

Hier gibt es immer mehr Varianten. Gemeinsam haben sie alle, dass sie die Körpertemperatur während der ganzen Nacht aufzeichnen und den niedrigsten Wert als Basaltemperatur bestimmen. Das erspart einem die morgendliche Messung und ist gerade für Frauen sinnvoll, deren Temperaturkurve sehr schwer auszuwerten ist. Je nach Tool sind die Messorte verschieden.

Seit einigen Jahren gibt es bereits den OvulaRing. Das ist ein kleiner Silikonring mit integriertem Messsensor, der nachts vaginal getragen wird. Weitere vaginale Messsensoren sind beispielsweise Trackle oder Ovolane. Neben den vaginalen Sensoren gibt es von Ava auch noch einen in Form eines Armbandes. Allerdings ist Ava aktuell nur für den Kinderwunsch geeignet und ausdrücklich nicht zur Verhütung. Die Entwicklung dieser Messsensoren geht immer weiter. In den USA kam gerade ein neuer Sensor auf den Markt, der im Ohr getragen wird. Mal sehen, was uns da in Zukunft noch erwartet.

DIE APP IST AUSSCHLAGGEBEND!

Vollkommen egal, wie toll so ein Messsensor ist, er funktioniert nur dann, wenn die dazugehörige App einen guten und sicheren Algorithmus hat. Im Gegenteil zu Zykluscomputern übertragen diese Messsensoren einfach nur die Temperatur an eine App oder ein Programm. Ausschlaggebend für die Sicherheit ist also immer die zuverlässige Auswertung des Algorithmus!

Worauf bei der Auswahl einer App geachtet werden sollte, habe ich in diesem Beitrag aufgelistet.

Über die Autorin dieses Artikels

Isabel ist Gründerin von Generation Pille und Autorin des Buches "ByeBye Pille". Ziel der Seite und jedem einzelnen Beitrag ist es, Frauen zu helfen, ihren Körper besser zu verstehen, Symptome zu deuten und sowohl körperliche als auch hormonelle Zusammenhänge zu begreifen. Der Fokus ihrer Beiträge liegt hierbei ganz klar auf den Themengebieten Frauengesundheit, Hormone, hormonelle Beschwerden und natürliche Verhütung.
Instagram: @_isabelmorelli_
Kontakt: isabel@generation-pille.com

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