Mittlerweile ist es ungefähr ein Jahr her, dass mir die Firma Uebe den Cyclotest myWay für einen ausgiebigen Test zur Verfügung gestellt hat. Von meinem ersten Eindruck nach den ersten Zyklen habe ich bereits in meinem ersten Beitrag berichtet, aber nach fast einem Jahr gibt es nun mein finales Fazit.

Hinweis: Der cyclotest myWay wurde mir kostenlos von der UEBE Medical GmbH zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus gibt es keine vertraglichen Vereinbarungen. Weder wurde ich für das Schreiben eines Beitrages, noch für dessen Inhalt bezahlt. Ich berichte über dieses Produkt aus freien Stücken und selbstverständlich beruht dieser Beitrag auf meiner eigenen Meinung. Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links.

Methode & Funktionsweise

Der cyclotest myWay ist einer der wenigen Zykluscomputer, die nach der Symptothermalen Methode auswerten. Das bedeutet, um einen Zyklus richtig auszuwerten, benötigt das Gerät die tägliche Messung der Basaltemperatur, die Beschaffenheit des Zervixschleims und die Eingabe der Menstruation. Anhand dieser Parameter bestimmt der Computer die fruchtbaren Tage im Zyklus. Zusätzlich zu diesen Informationen ist der myWay darauf angewiesen, dass mögliche Störfaktoren zuverlässig angegeben werden.

Alle anderen freiwilligen Angaben, die getätigt werden können, wie z. B. Muttermundbeschaffenheit, Mittelschmerz & Co., fließen nicht in die Auswertung. Sie dienen nur der eigenen Dokumentation.

Sicherheit

Laut Hersteller hat der myWay bei richtiger Anwendung der symptothermalen Methode einen Pearl-Index von 0,3, was gleichbedeutend ist mit einer Sicherheit von 99,7 % – und das ganz ohne Nebenwirkungen.

Cyclotest-MyWay
Was ist eigentlich die Symptothermale Methode?

Das Prinzip der Symptothermalen Methode besteht darin, dass sich durch die Veränderungen im weiblichen Zyklus der eintretende Eisprung erkennen lässt und somit die Tage des Monats, in denen eine Befruchtung möglich ist. So kann man die fruchtbaren Tage (Überlebensdauer der Spermien eingerechnet) auf ca. 5 – 7 Tage pro Zyklus ermitteln. Um diesen Zeitraum möglichst genau zu bestimmen, kombiniert man die Auswertung der wichtigsten Körperzeichen (sympto-), wie Zervixschleim und/oder Muttermundbeschaffenheit, und die Körpertemperatur (-thermal). Daher auch der Name.

Das Ziel dieser Methode ist also, das kurze Zeitfenster der Fruchtbarkeit genau zu bestimmen. Während dieses Zeitfensters kann dann zusätzlich verhütet werden. Vor und nach der fruchtbaren Zeit kann ohne Zusatz gekuschelt werden.

Fruchtbarkeit – Eizelle – Spermien

In etwa der Mitte des Zyklus erfolgt der Eisprung (Ovulation), bei dem die Eizelle in den Eileiter übergeht und für ca. 12 – 18 Stunden befruchtungsfähig ist. Kommt es in dieser Zeit zu keiner Befruchtung durch ein Spermium, stirbt die Eizelle ab, und es kann zu keiner Schwangerschaft kommen. Spermien können in der Gebärmutter oder im Gebärmutterhals ca. 3 bis 5 Tage überleben. Das bedeutet: Eine Befruchtung kann nur 5 Tage vor und maximal 18 Stunden nach dem Eisprung stattfinden.

Symptothermale Methode nicht mit NFP verwechseln!

An dieser Stelle finde ich es wichtig zu erwähnen, dass die Symptothermale Methode nicht gleichbedeutend mit NFP nach Sensiplan ist! Der myWay bestimmt die fruchtbaren Tage zwar nach der Symptothermalen Methode, allerdings mit einem eigenen Algorithmus und nicht nach dem Sensiplan-Regelwerk.

Cyclotest myWay im Test: 1 Jahr mit dem Zykluscomputer

Startschwierigkeiten

Der myWay machte direkt nach dem Auspacken einen sehr guten Eindruck. Ich fand das Menü auf dem Touchscreen sehr intuitiv und wollte sofort loslegen. Sobald man den ersten Zyklus startet, geht der myWay automatisch davon aus, dass es der erste Zyklustag ist und notiert ihn deshalb selbstständig als Menstruation. Hätte ich die Betriebsanleitung gelesen, hätte ich das natürlich gewusst, aber ich wollte nach dem Auspacken direkt spielen. 🙂

Notiert euch also diese Info und bitte nicht mitten im Zyklus loslegen!

Vorab müssen noch einige Voreinstellungen getätigt werden, wie Messort und Messzeitraum. Also wo möchte ich messen (oral, vaginal oder rektal) und in welchem Zeitfenster möchte ich messen? Das mögliche Zeitfenster für die tägliche Messung betrifft insgesamt 4 Stunden, sprich: Die angegebenen Zeit +/- 2 Stunden. Ich hatte das alles am Vorabend erledigt, und am nächsten Morgen folgte die erste Messung. Diese finde ich mit dem myWay wirklich super. Das Kabel, das den Messsensor mit dem Computer verbindet, ist lang genug, um vom Nachttisch zum Bett zu reichen. Zudem ist der Messsensor sehr biegsam und somit sehr angenehm im Mund. Die Messzeit lag bei mir im Durchschnitt ca. bei einer Minute, also wie vom Hersteller angegeben.

Eingabe der vorigen Zyklen

Nach ein paar Tagen ist mir eingefallen, dass ich meine letzten manuell ausgewerteten Zyklen ja auch eingeben könnte. Das geht beim Cyclotest myWay nämlich rückwirkend bis zu 12 Zyklen. Tja, auch hier gilt: Wer sich vorher schlau macht, ist klar im Vorteil. Diese Eingabe ist zwar tatsächlich möglich, muss aber innerhalb der ersten 5 Tage nach Beginn des ersten Zyklus passieren, sonst verschwindet die Eingabemöglichkeit. Das fand ich ein bisschen ärgerlich. Eigentlich kann dafür aber tatsächlich das Gerät nichts, sondern eher mein Drang, immer sofort mit allem loszulegen und Betriebsanleitungen zu ignorieren.

Tipps zur ersten Inbetriebnahme

Messzeitraum
Überlegt euch vorher genau, wann ihr im Schnitt aufsteht und kalkuliert auch das Wochenende mit ein. Durch den Spielraum von +/- 2 Stunden geht das sehr gut. Ich beispielsweise stehe frühestens um 7.00 Uhr auf und schlafe an den Wochenenden gerne auch mal bis 10.00 Uhr. Eingestellt habe ich also 8.00 Uhr, sodass ich am Wochenende auch bis 10.00 Uhr messen kann.

Messort
Dieser kann nur vor jedem neuen Zyklus-Beginn geändert werden! Bitte überlegt euch also vorher ob ihr lieber oral, vaginal oder rektal messen möchtet. Ihr könnt euch auch einfach durchtesten. Ist eure Kurve im ersten Zyklus oral gemessen zu unruhig, versucht es im nächsten einfach mit einem anderen Messort. Während eines laufenden Zyklus kann der Messort nicht geändert werden!

Vergangene Zyklen
Besitzt du bereits einige Zyklen, die du auch in den myWay eingeben möchtest, mach das bitte sofort. Die Eingabemöglichkeit verschwindet fünf Tage nach dem Start deines ersten Zyklus.

Zyklusbeginn
Der Start eines neuen Zyklus (inklusive dem ersten) ist gleichbedeutend mit dem ersten Zyklustag und somit mit dem Beginn deiner Periode. Also bitte nicht mitten im Zyklus beginnen, sondern tatsächlich am ersten Tag deiner Regelblutung.

Eingewöhnung: Die ersten Zyklen

Nachdem ich mich mit dem myWay angefreundet hatte, funktionierte alles reibungslos. Wie bei allen Zykluscomputern, Apps und Co. benötigt das Gerät ca. drei Zyklen, bis es wirklich gut auswertet. Auswertungsfehler gab es zwar in den ersten Zyklen keine, allerdings erkennt man die „Kennenlernphase“ einfach daran, dass es unheimlich viele fruchtbare Tage gibt. Das ist mir natürlich lieber als die falsche Angabe nicht fruchtbarer Tage! Sicher war der myWay also tatsächlich ab Tag 1.

Wie bei all meinen Tests, wertete ich auch bei diesem parallel noch manuell nach NFP-Regelwerk aus. Nicht weil ich erwarte, dass die Auswertung identisch ist – das ist kaum möglich -, sondern um zu sehen, ob ich einen gravierenden Fehler erkennen kann. Würde mir ein Zykluscomputer bereits Tage freigeben, während ich mit manueller Auswertung auf keinen Fall d’accord wäre, würden bei mir die Alarmglocken läuten. Dem war allerdings nicht so.

Die Bestimmung der fruchtbaren Tage des Cyclotest myWay ist einwandfrei!

Es dauerte ungefähr vier bis fünf Zyklen, bis die Auswertung des myWay auf die Anzahl der fruchtbaren Tage (+/- 2 Tage) kam, die ich auch manuell bestimmen konnte. Insgesamt habe ich bis zum heutigen Tag ca. 14 Zyklen diesem kleinen Computer verbracht und kann sagen, dass er wirklich sehr gute Dienste geleistet hat. Nicht ein Fehler, also auch keine Gefahr einer ungewollten Schwangerschaft.

Wichtig: Die korrekte Eingabe aller Daten

Ich möchte an dieser Stelle nochmal darauf hinweisen, dass der myWay – so toll dieser Computer auch ist – nur so gut ist wie seine Anwenderin. Ohne korrekt eingetragene und bestimmte Daten kann er auch nicht richtig funktionieren. Der Algorithmus des Cyclotest myWay basiert, wie schon erwähnt, auf der symptothermalen Methode. Das bedeutet: Man muss sich mit dieser Methode vorher beschäftigt haben. Weiß man beispielsweise nicht, wie man seinen Zervixschleim bestimmt, kennt die gängigen Begriffe nicht oder auch die Störfaktoren, kann der Algorithmus nicht richtig arbeiten.

Bitte also keinesfalls völlig ohne Vorkenntnisse loslegen! Der Zykluscomputer kann nur zuverlässig arbeiten, wenn die Infos, mit denen er gefüttert wird, auch wirklich korrekt sind.

Anzeige & Funktionen

Tagesansicht

Der Cyclotest myWay bietet dir einen super Einblick in deinen Zyklus. Zum einen gibt es die Tagesansicht, auf der dir dein tagesaktueller Fruchtbarkeitsstatus angezeigt wird, sowie Zyklustag, Datum, wievielter Zyklus und eine Prognose für die nächsten Tage.  Du siehst also auf den ersten Blick, ob du fruchtbar bist oder nicht. Alles sehr übersichtlich!

Cyclotest-Tagesansicht

Kurve

In der zweiten Ansicht kannst du dir deine Zykluskurve genau ansehen. Man sieht zu jedem Tag die Temperatur und die Angaben zu Zervixschleim und Co. Natürlich lässt sich so auch anhand der Kurve und der Farbgebung sehen, wann man fruchtbar ist bzw. war. Auch die Prognose für die nächsten Tage ist zu sehen.

Cyclotest-Kurve

Kalender

Wer nicht so großes Interesse an dem Verlauf der Temperaturkurve hat, kann sich die fruchtbaren bzw. nicht fruchtbaren Tage und natürlich auch die Prognose im Kalender ansehen. Die Übersicht hier ähnelt ein bisschen den gängigen Menstruationskalendern in diversen Apps.

Tagesdaten

Cyclotest myWay im Test: 1 Jahr mit dem Zykluscomputer 2

Störfaktoren

myWay Angabe zu Störfaktoren

Geschlechtsverkehr

myWay Angabe zum Geschlechtsverkehr

Mein Fazit

Das Fazit nach einem Jahr fällt definitv sehr positiv aus. Ich halte den Cyclotest myWay für einen der wirklich wenigen guten und sicheren Zykluscomputern. Die Bestimmung der fruchtbaren Tage war immer korrekt und die Prognosen auch immer auf den Punkt. Was die Sicherheit und den Algorithmus betrifft, kann ich wirklich absolut nichts schlechtes sagen. Gerade für Frauen, die mit der symptothermalen Methode verhüten möchten, und sich das Bestimmen der fruchtbaren Tage selbst nicht zutrauen, ist dieses Gerät ein wahrer Segen und auf jeden Fall seinen Preis wert.

 

Einige kleine Kritikpunkte gibt es meinerseits allerdings trotzdem.

Zuerst ist mir negativ aufgefallen, dass man jeden Zyklus immer manuell neu starten muss. Ich fände es wirklich besser, wenn der Zyklus automatisch mit der Eintragung der Blutung beginnen würde. Außerdem lassen sich Eintragungen wie Zervixschleim oder auch die Angabe der Blutung nicht lange nachtragen. Wenn ich also festgestellt habe, dass ich vor 4 Tagen den Eintrag meiner Blutung vergessen habe, lässt sich das nicht mehr nachholen. Diese wichtigen Eintragungen sollte man also auch nicht vergessen und täglich machen!

Ich persönlich habe mich nach einigen Jahren NFP daran gewöhnt, meine Symptome immer sofort einzutragen, sei es in eine App oder auf mein Zyklusblatt. Beides habe ich im Normalfall immer bei mir, so kann ich meine Symptome wie auch Informationen zum Zervixschleim direkt eintragen. Beim myWay sieht das anders aus, denn der kleine Computer liegt auf meinem Nachttisch. Sprich: Ich habe ihn nicht den ganzen Tag bei mir, um direkt Eintragungen zu machen. Theoretisch könnte man ihn natürlich auch in eine Handtasche packen, aber dafür ist er mir ein bisschen zu groß. Deshalb war es für mich schon eine Umstellung, jeden Abend – wenn ich heim komme – noch daran zu denken, meine Tagesdaten einzutragen. Das ist aber auch mein persönliches Ding und ich bin mir relativ sicher, dass dies so gut wie niemanden stört. 🙂

Zusammenfassung meiner PROs und CONTRAs

PRO

  • zuverlässige Bestimmung der fruchtbaren Tage
  • hohe Sicherheit
  • Bestimmung nach der Symptothermalen Methode
  • toller Messfühler
  • Weckerfunktion mit angenehmem Ton
  • Ende der erfolgreichen Messung erfolgt durch einen angenehm leisen Ton
  • nicht nur zur Verhütung, sondern auch zur Familienplanung geeignet
  • sehr gute Zyklusübersicht als Tagesansicht, Kalender und Graph
  • Zahlung auch in Raten möglich
  • lange Akku-Laufzeit
  • Akku aufladbar, somit keine Batteriekosten

CONTRA

  • hohe Anschaffungskosten
  • Nachtragen vergessener Daten nur begrenzt möglich
  • Start eines neuen Zyklus muss separat zur Eintragung der Menstruation erfolgen
  • Akku-Ladekabel und Kabel des Messfühlers haben den gleichen Eingang, daher kein gleichzeitiges Laden und Messen möglich

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