Spätestens heute Abend wird der Name „Trackle“ allen ein Begriff sein, die gerne „Die Höhle der Löwen“ auf Vox schauen. Der vaginale Temperatursensor, der aktuell noch nicht erhältlich ist, wurde heute in der Gründer-Sendung vorgestellt. Für mich persönlich schon ein Grund zu feiern, weil mit dem Trackle natürlich auch NFP und symptothermale Methode thematisiert werden.

Leider gab es für die Gründer Katrin Reuter und Maxim Loick, die den Trackle entwickelt haben, keinen Deal. Die Löwen äußerten Vorbehalte, weil der Trackle noch nicht auf dem Markt ist, somit eigentlich noch in der Entwicklungsphase steckt und eine Investition deshalb zu unsicher sei. Trotzdem überwog die Aussage: „Das ist eine hervorragende Sache!“. Frank Thelen gab noch den Tipp, den Trackle mehr als Verhütungsmöglichkeit statt für die Kinderwunschplanung zu präsentieren, weil die Zielgruppe dafür größer sei. Wer aber erkannt hat, dass in Trackle großes Potential steckt, war Judith Williams, denn sie sagte:

„Das ist ein Schritt in die richtige Richtung!“

Auch wenn kein Deal zustande kam, so freue ich mich trotzdem über die TV-Präsenz. Trackle wird ganz sicher auch ohne Unterstützung der Löwen auf den Markt kommen. Vorbestellen kann man den Trackle übrigens schon jetzt, lieferbar ist er aber erst ab Februar/März 2018.

Was ist der Trackle?

Der Trackle ist ein vaginaler Temperatursensor, der über Nacht die Basaltemperatur im Schlaf misst. Dieser kleine vaginale Sensor hat in etwa die Größe eines handelsüblichen Tampons. Trackle wird vor dem Schlafengehen vaginal eingeführt und am nächsten Morgen wieder entfernt. Anschließend packt man ihn auf die dazugehörige Basisstation, die den Sensor auflädt und die ermittelten Daten in die dazugehörige App überträgt. Leider habe ich die App noch nicht gesehen und weiß daher nicht, ob noch weitere Parameter eingegeben werden können (Zervixschleim, Muttermund oder auch Störfaktoren).

Im Grunde soll Trackle also die gängigen Basalthermometer ersetzen und die symptothermale Methode „noch leichter“ machen.

Warum das ganze?

Wer sich jetzt fragt, „Für was brauche ich denn einen vaginalen Sensor? NFP funktioniert doch auch so ganz prächtig!“, hat mehr oder weniger recht. Ja, die symptothermale Methode funktioniert auch ohne Trackle schon für viele Frauen hervorragend! Aber, es gibt durchaus Frauen, für die es schon eine Herausforderung darstellt, ihre Basaltemperatur immer um die gleiche Uhrzeit zu messen. Beispielsweise Frauen, die im Schichtdienst arbeiten oder auch frisch gebackene Mamis. Unregelmäßiger oder unterbrochener Schlaf führt sehr häufig zu schwer oder gar nicht auswertbaren Temperaturkurven. Diese Frauen können mit einem Sensor, der die ganze Nacht kontinuierlich misst und die niedrigste Temperatur aufzeichnet, deutlich bessere Ergebnisse erzielen.

Tatsächlich gibt es auch Frauen, die einfach „keine Lust“ haben, sich auch am Wochenende den Wecker zu stellen, um pünktlich zu messen. Auch für diese Damen ergibt sich mit dem Trackle eine neue Möglichkeit.

Die Idee der vaginalen Messung über Nacht ist allerdings nicht wirklich neu. Ähnliche Tools gibt es mit dem i-Button und auch dem OvuRing schon.

Was kostet der Trackle?

Der Kostenpunkt ist für mich tatsächlich die Schwachstelle an diesem Produkt. In der ersten Anschaffung kostet der Trackle knapp 200,00 € und das ist auch noch ok. Schließlich kosten Zykluscomputer auch eine ganze Stange Geld, und ich denke, auch ein Temperatursensor rechtfertigt den Preis.

Jetzt kommt allerdings der Punkt, der mir nicht gefällt: Folgekosten

Der Trackle lässt sich leider nur zwei Jahre benutzen! Anschließend muss der Sensor zurück zum Hersteller gesendet und ausgetauscht werden. Für den neuen Temperatursensor werden dann noch mal knapp 100,00 € fällig. Da man den Sensor alle zwei Jahre immer wieder austauschen lassen muss, kommt nach ein paar Jahren schon ein ganzer Batzen zusammen. Rechnet man das auf die Kosten pro Jahr herunter, kommt man auf ca. 100,00 € im Jahr.

Meine persönliche Meinung

Da ich den Trackle und die dazugehörige App noch nicht getestet habe, kann ich euch natürlich nichts über seine Funktionalität sagen. Dennoch möchte ich gerne meinen grundsätzlichen Standpunkt zum Thema „unnötige Tools“ äußern. Sehr sehr häufig werden Gagdets wie der Trackle, das bald kommende Bluetooth Thermometer von Ovy oder auch Zykluscomputer als überflüssig und sehr teuer bezeichnet. Ich finde das sehr schade und einfach falsch!

Ja, die symptothermale Methode bzw. NFP funktioniert auch ganz wunderbar ohne irgendwelche Hilfsmittel. Im Grunde benötigt man dafür genau drei Dinge: ein Thermometer, einen Stift und ein Blatt Papier.

ABER…

… es gibt eben Frauen, die sich an die natürliche Verhütung einfach nicht heran trauen. Sie haben Angst, etwas falsch zu machen, Angst, dass es mit einem Kleinkind nicht klappt oder auch einfach Panik davor, ihre Daten selbst auszuwerten. Einige dieser besagten Damen fangen aus diesen Gründen erst gar nicht an und landen dann leider häufig doch wieder bei den Hormonen.

Ganz unabhängig davon, dass ich selbst nicht unbedingt ein Tool bräuchte und mir persönlich vielleicht auch das ein oder andere zu teuer wäre, finde ich es wahnsinnig toll, dass es immer mehr Auswahlmöglichkeiten gibt! So lange jedes dieser Tools – ganz gleich ob App, Bluetooth-Thermometer, Zykluscomputer oder Temperatursensor – zuverlässig funktioniert, sind sie für mich alle eine Bereicherung.

Wenn diese Hilfsmittel Frauen dazu bringen, sich sicherer zu fühlen und somit endlich auf Hormone zu verzichten, kann daran absolut nichts schlecht sein.

Ich freue mich also über jedes neue Tool, jede App und alles, was in Zukunft noch so an hilfreicher Femtech auf uns zu kommt. Und ich werde natürlich alles testen, um euch auf dem Laufenden zu halten!

Über die Autorin dieses Artikels

Isabel ist Gründerin von Generation Pille und Autorin des Buches "ByeBye Pille". Ziel der Seite und jedem einzelnen Beitrag ist es, Frauen zu helfen, ihren Körper besser zu verstehen, Symptome zu deuten und sowohl körperliche als auch hormonelle Zusammenhänge zu begreifen. Der Fokus ihrer Beiträge liegt hierbei ganz klar auf den Themengebieten Frauengesundheit, Hormone, hormonelle Beschwerden und natürliche Verhütung. Fragen oder Anregungen kannst du gerne persönlich per Mail an isabel@generation-pille.com schicken.   

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