Die öffentliche Kritik an hormoneller Verhütung wird immer lauter, die Verkaufszahlen der Antibabypille gehen zurück und immer mehr Frauen wollen hormonfrei verhüten. Doch es gibt auch die anderen. Die Frauen, denen die Kritik ordentlich auf den Keks geht. Diejenigen, für die eine andere Verhütungsmethode nicht in Frage kommt, oder auch Patientinnen, die die Pille als Behandlung für eine gynäkologische Erkrankung nehmen. Was also, wenn jemand die Pille trotz aller Kritik, Nebenwirkungen und Risiken nehmen möchte oder vielleicht sogar muss?

 

Nein, ich bin kein großer Fan der Pille. Aber nur, weil ich dieser Meinung bin, möchte ich dennoch niemanden belehren, bekehren oder unbedingt meinen Standpunkt aufdrücken. Dieser Blog ist auch nicht aus dem Gedanken heraus entstanden, hormonelle Verhütung schlecht zu machen oder Frauen vom Absetzen der Pille zu überzeugen, sondern dient lediglich der Aufklärung. Mein Ziel ist es, Informationen zur Verfügung zu stellen, damit sich jede Frau ein eigenes Bild machen und eigenverantwortlich entscheiden kann, welche Konsequenzen sie unter hormoneller Verhütung eventuell in Kauf nehmen muss.

Was ich nicht möchte, nicht ausstehen kann, nicht toleriere und dementsprechend auch selbst nicht darstellen will, ist Meinungsarroganz! Diese spezielle Art der Arroganz gibt es in allen möglichen Bereichen. Besonders oft stoße ich aber bei den Themen Ernährung, Religion und Verhütung auf dieses Problem. Es gibt nicht die eine richtige Verhütungsmethode, Ernährungsweise, Religion, Weltanschauung oder Meinung. Genau aus diesem Grund geht es heute mal um ein Thema, das man auf diesem Blog wahrscheinlich nicht erwarten würde: Tipps, die bei der Einnahme der Antibabypille hilfreich sein können!

 

Die häufigsten Gründe für die Pille

Bevor wir uns jetzt den Gründen widmen, aus denen viele Frauen zur Pille greifen, möchte ich noch kurz darauf hinweisen, dass keiner dieser Gründe meiner Meinung nach ein „Muss“ für die Pille darstellt. Ich gebe also lediglich die Einstellungen, Beweggründe und Meinungen der Frauen wieder, die die Pille aus nachfolgenden Situationen heraus nehmen.

 

1. Die Pille ist das sicherste Verhütungsmittel

Dieser Mythos hält sich nach wie vor hartnäckig. Sehr viele Frauen, gerade die jüngeren, sind der festen Überzeugung, dass man ohne hormonelle Beeinflussung des Körpers nicht sicher verhüten kann. Das führt unweigerlich zur absoluten Panik, ohne Pille sofort schwanger zu werden. Für sehr viele Mädels ist das Grund genug, bei der Pille zu bleiben.

 

2. Verhütung mit Kupfer nicht möglich & Angst vor NFP

Die meisten Frauen wissen durchaus, dass man auch ohne Hormone sehr sicher verhüten kann. Doch auch hier kann es zu Herausforderungen kommen, denn nicht für jeden ist Verhütung mit Kupfer in Form von Kupferspirale, Kupferkette oder Kupferball eine Option. Wie ich in einem ausführlichen Beitrag bereits erklärt hatte, ist jede Gebärmutter anders und leider gibt es einige wenige Fälle, in denen keine der drei Kupfervarianten eingesetzt werden kann. Auch eine Kupferunverträglichkeit ist möglich.

Theoretisch gäbe es – abgesehen von hormoneller Verhütung – natürlich auch noch Barrieremethoden wie Diaphragma und Kondom oder auch natürliche Verhütung mit NFP oder einem Zykluscomputer. Dabei fühlen sich allerdings viele Frauen unsicher, trauen sich das nicht zu oder fühlen sich einfach unwohl. Für diese Frauen ist die Antibabypille dann häufig die einzige Option, auch wenn sie mit eventuellen Nebenwirkungen zu kämpfen haben.

 

3. Die Pille als vermeintliche Behandlung einer Erkrankung

Die Antibabypille wird sehr gern als medikamentöse Therapie für alle möglichen Symptome, Beschwerden oder Erkrankungen eingesetzt. Ob es nun um „kleinere“ Probleme wie PMS, starke Menstruation, Akne oder PCOS geht oder auch um gynäkologische Erkrankungen wie Endometriose: Die Pille ist immer die Lösung Nummer 1. Genau aus diesem Grund gehen viele Frauen davon aus, dass sie die Pille nehmen müssen, um ihre Beschwerden im Griff zu halten. Auch hier leben die meisten lieber mit den Nebenwirkungen der Pille, als die Symptome in einem natürlichen Zyklus ertragen zu müssen. Speziell bei Endometriose kann es in manchen Fällen ohne Pille wirklich problematisch werden.

 

Jede Frau sollte frei von Verurteilungen selbst entscheiden dürfen!

 

Wie bereits erwähnt, halte ich absolut nichts davon, Menschen wegen ihrer Meinung und ihren Entscheidungen zu verurteilen oder zu belehren. Wenn sich eine Frau allen Risiken und Nebenwirkungen bewusst ist und die Antibabypille trotzdem nehmen möchte oder sie als Behandlungsoption für eine der aufgeführten Beschwerden bzw. Erkrankungen einsetzt, dann ist das ihre Entscheidung. Selbstverantwortlich getroffene Entscheidungen sollten immer akzeptiert und respektiert werden.

Mir persönlich ist hierbei wichtig, auch diese Frauen bestmöglich zu unterstützen. Gerade dann, wenn die Pille leider nicht gut vertragen wird, aber trotzdem die einzige Option darstellt. Was kann man also tun, um die Pille besser zu vertragen, eventuell der ein oder anderen Nebenwirkung aus dem Weg zu gehen und das Risiko für Thrombosen und Embolien zu verringern?

Die besten Tipps

für die Einnahme der Pille

Risiko für Schlaganfälle, Thrombosen und Embolien minimieren!

Lasst euch vor der Einnahme (solltet ihr die Pille schon nehmen, dann auch während der Einnahme) auf mögliche genetische Vorbelastungen untersuchen und dahingehend vom Arzt beraten. Fragt innerhalb eurer Familie nach Fällen von Thrombosen, Schlaganfällen und Embolien und berichtet auch eurem Gynäkologen davon. Sollte euer Frauenarzt euch vor der Verschreibung der Pille auf keine dieser Themen angesprochen haben, ergreift selbst die Initiative und lasst es abklären!

Weitere wichtige Faktoren, die das Risiko für diese Erkrankungen während der Einnahme der Pille erhöhen, sind: Rauchen, Übergewicht, ungesunder Lebensstil und zu wenig Bewegung. Wenn ihr das Risiko minimieren wollt, versucht also, diese Faktoren abzustellen.

Auch häufiges Absetzen und Wiedereinnehmen der Pille oder auch zu häufige Präparatewechsel können das Risiko steigern. Denn tatsächlich ist das Risiko für Schlaganfälle, Thrombosen und Embolien in den ersten Wochen und Monaten der Einnahme am höchsten! Versucht also, nicht zu häufig zu wechseln.

 

Nebenwirkungen lindern!

Tatsächlich müssen nicht alle Nebenwirkungen, die während der Einnahme der Antibabypille auftreten, von dem Wirkstoff an sich bzw. von hormonellen Mechanismen kommen. Die Pille hat einen enormen Einfluss auf die Schilddrüse, die Darmgesundheit, den Vitalstoffhaushalt und auch auf die Funktion der Leber. Es könnte also durchaus sein, dass die ein oder andere Nebenwirkung zwar durch die Pille verursacht wird, aber durch einen Blick auf die Vitalstoffe und die besagten Organe gelindert werden kann.

Werft also bei Beschwerden ruhig mal einen Blick auf eure Darmflora, eure Schilddrüsenwerte, belastet eure Leber nicht noch zusätzlich durch Alkohol, denn sie hat mit der Pille schon genug zu tun. Vor allem: Lass eure Vitalstoffe regelmäßig checken und füllt bei Mängeln die fehlenden Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente auf! Eine Auflistung der Vitalstoffe, die durch die Einnahme der Pille in einen Mangel geraten können, findet ihr hier.

 

Gerade bei psychischen Nebenwirkungen…

Selbstverständlich gibt es hormonelle Gründe für psychische Beschwerden, aber ein Großteil der Theorien über die Entstehung psychischer Erkrankungen beschäftigt sich mit Vitalstoffen und der Darmgesundheit. Beispielsweise sind die B-Vitamine in Kombination mit Magnesium unheimlich wichtig für die psychische Gesundheit. Ohne diese beiden Stoffe kann der Körper nämlich kein Serotonin (Glückshormon) bilden und ohne diesen Neurotransmitter kann es zu vielen psychischen Problemen kommen. Bei Stimmungsschwankungen, Depressionen, depressiven Verstimmungen, Panikattacken etc. ist es also wichtig, sich das große Ganze anzuschauen.