Hinweis: Das Ava-Armband wurde mir kostenlos zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus gibt es keine vertraglichen Vereinbarungen. Ich wurde weder für das Schreiben eines Beitrages, noch für dessen Inhalt bezahlt. Über dieses Produkt berichte ich aus freien Stücken. Selbstverständlich beruht dieser Beitrag auf meiner eigenen Meinung. Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links.

Das Ava-Armband ist relativ neu auf dem Markt. Seit der Markteinführung dieses neuen schicken Fruchtbarkeits-Trackers wurde ich von Mails fast erschlagen. Viele Frauen scheinen das Messen der Basaltemperatur am Morgen – egal ob mittels Basalthermometer oder Zykluscomputer – als lästig zu empfinden. Da wäre Ava natürlich eine willkommene Erleichterung. Doch ist das Messtool auch zur Verhütung geeignet? Ich habe es getestet!

Seit knapp einem Jahr bekomme ich nun wöchentlich Mails und Nachrichten mit Fragen zu Ava. Ich kann kaum noch zählen, wie oft ich gebeten wurde, dieses neue Tool zu testen. Anfangs war ich mir nicht sicher, ob ich diesen Fruchbarkeits-Tracker überhaupt testen soll, da er eigentlich nur zum Tracken des Zyklus und für den gezielten Kinderwunsch konzipiert wurde, somit also nicht zur Verhütung. Da wir uns hier eigentlich mehr mit natürlicher und hormonfreier Verhütung beschäftigen als mit dem Thema Kinderwunsch, hielt ich Ava zuerst einmal für „irrelevant“ als Thema für den Blog. Ich habe mich geirrt.

 

Euer Wunsch ist mir Befehl!

Ihr als Leserinnen bestimmt mit euren Fragen, Interessen und Themenwünschen den Content dieses Blogs. Speziell zu Ava gab es eine ganze Menge wirklich gute Fragen. Aus den gesammelten Mails konnte ich sogar einiges lernen. Zum einen, dass ihr ganz schöne Füchse seid, und zum anderen, dass wirklich viel viel mehr Leserinnen an Kinderwunsch-Themen interessiert sind als ich dachte. Als ich das realisiert hatte, sprach ich sofort mit dem Hersteller, der mir freundlicherweise ein Ava-Armband zum Testen zur Verfügung stellte. Vielen Dank dafür.

Da sich eure Fragen in zwei absolut verschiedene Kategorieren einteilen lassen, wird es zwei getrennte Beiträge zu diesem neuen Tool geben. In diesem ersten Artikel werden wir uns die Funktionen von Ava in Bezug auf eine eventuelle Verhütungsmethode anschauen. In einem weiteren Beitrag wird es dann um die Vorteile bezüglich Kinderwunsch und Schwangerschaft gehen. Bevor wir nun aber zu meinem Test kommen, gibt es erstmal alle wichtigen Infos & Fakten zu dem Fruchtbarkeits-Tracker.

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Was ist Ava?

Ava ist, wie eben schon erwähnt, ein Fruchtbarkeits-Tracker und besteht aus zwei Komponenten: Dem Messsensor in Form eines Armbandes und der dazugehörigen App, die die übermittelten Daten des Armbandes nach ihrem Algorithmus auswertet. Ziel der Auswertungen ist es, den Zyklus bestmöglich zu tracken und somit auch die hochfruchtbaren Tage zu erkennen.

Wie funktioniert’s?

Das Armband wird vor dem Schlafengehen angelegt und über Nacht getragen. Mit Hilfe des Sensors werden neun unterschiedliche physiologische Parameter, wie beispielsweise die Körpertemperatur und der Ruhepuls, im Schlaf erfasst. Nach dem Aufstehen wird das Ava-Armband mittels Kabel mit der Smartphone-App verbunden. So werden alle über Nacht gesammelten Daten übertragen und der Algorithmus der App kann mit seinen Berechnungen beginnen. Mit einer Genauigkeit von 89 Prozent werden ca. 5,3 fruchtbare Tage pro Zyklus mit Avas Hilfe ermittelt.

 

Damit das auch funktioniert, gibt es ein paar Dinge zu beachten, die auch in meinem ersten Testzyklus schief gingen.

  1. Das Armband muss mindestens 4 Stunden pro Nacht getragen werden!
  2. Der Akku muss geladen sein. Das Armband leuchtet zwar beim Anlegen grün, wenn der Akku noch genügend geladen ist, allerdings muss es ja auch die ganze Nacht durchhalten. Spätestens jeden zweiten Tag muss das Armband aufgeladen werden.
  3. Der Sensor muss in ständiger Berührung mit der Haut sein, damit er Daten erfassen kann. Es ist also wichtig, das Armband nicht zu locker am Arm zu tragen.
  4. Die Daten des Armbands müssen spätestens alle 3 Tage in die App übertragen werden, sonst gehen sie verloren!

Beachtet man diese Punkte, dann ist die Anwendung von Ava wirklich kinderleicht. Das Armband ist angenehm zu tragen und stört nicht beim Schlafen.

Welche Daten erfasst das Ava-Armband?

Zu meiner eigenen Schande muss ich gestehen, dass ich anfangs dachte, Ava sei „nur“ ein Temperatursensor. Und den Mails nach zu urteilen, die ich von vielen von euch bekommen habe, dachtet ihr das wohl auch. Die meisten scheinen zu denken, die Kombination aus Armand und App wäre eine neue vereinfachte Form der Temperaturmethode. Genau deshalb entsteht wahrscheinlich auch die Hoffnung, man könnte damit eventuell verhüten. Tatsächlich erfasst der im Armband integrierte Sensor aber viel mehr als nur die Temperatur.

Die Parameter und ihre Bedeutung

 

Hauttemperatur

Jede von euch, die diesen Blog schon länger verfolgt oder sich mit natürlicher Verhütung oder dem weiblichen Zyklus beschäftigt hat, weiß, dass sich die Körpertemperatur bzw. die Basaltemperatur im Laufe eines Zyklus verändert und ein wichtiger Parameter für die Fruchtbarkeit ist. Normalerweise wird hierzu die morgendliche Basaltemperatur oral, vaginal oder anal bestimmt. Ava hingegen zeichnet die Temperatur über die ganze Nacht hinweg auf und ermittelt so den niedrigsten Wert. Allerdings ist die Temperatur der Haut viel niedriger als beispielsweise oral gemessen und beträgt im Schnitt ca. zwischen 32,5 und 36,8 Grad Celsius.

 

Ruhepuls

Ähnlich wie mit der Temperatur verhält es sich offensichtlich auch mit dem Ruhepuls während eines Zyklus. In wissenschaftlichen Untersuchungen wurde festgestellt, dass er vor dem Eisprung niedriger ist als danach. Laut Avas Forschungspartnern steigt der Ruhepuls während des fruchtbaren Zeitfensters um knapp 2,1 Schläge pro Minute an.

 

Atemfrequenz

Laut Avas Erkenntnissen verändert sich auch die Zahl der Atemzüge pro Minute während des Zyklus. So ist die Atemfrequenz in der Lutealphase höher als in der Follikelphase.

Herzfrequenzvariabilität (HRV)

Als Herzfrequenzvariabilität bezeichnet man eine Abweichung des Zeitintervalls zwischen den einzelnen Herzschlägen. Dieser Wert wird bei Ava als Anzeichen für physiologischen Stress gesehen: Je geringer die HRV, desto weniger ist man im Stress.

 

Durchblutung

Auch die Durchblutung verändert sich im Laufe eines Zyklus. Das geschieht beispielsweise, um die Körpertemperatur zu erhöhen oder abzusenken. Während der fruchtbaren Tage ist die Durchblutung stärker als an anderen Tagen.

Bewegung

Um zwischen Leicht- und Tiefschlaf- bzw. REM-Phasen unterscheiden zu können, wird die Bewegung aufgezeichnet und ausgewertet.

Bioimpedanz

Die Bioimpedanz misst den Widerstand des Körpergewebes gegen eine leichte Stromspannung. Dieser Messwert liefert Informationen über die Haut, einschliesslich der Feuchtigkeitsversorgung und Schwitzvorgänge. Wie Du sicher schon bemerkt hast, wirken sich Geschlechtshormone auch auf die Haut aus. Sie verändert sich in den unterschiedlichen Phasen des Menstruationszyklus, während der Pubertät und in der Schwangerschaft.

Wärmeverlust

Der Wärmeverlust steht in engem Zusammenhang mit dem Einschlafen.

Schlafqualität

Ava erfasst die gesamte Schlafzeit sowie das Verhältnis zwischen leichten und tiefen Schlafphasen bzw. REM-Schlaf. Ja, auch die Qualität und Menge von Schlaf liefert wichtige Parameter für die Beobachtung der weiblichen Fruchtbarkeit. Der Menstruationszyklus kann den Schlaf ebenso beeinflussen wie der Schlaf den Menstruationszyklus.

All diese Parameter werden von den Sensoren im Ava-Armband erfasst und anschließend mit Hilfe des entwickelten Algorithmus berechnet und ausgewertet. Anhand dieser Daten werden dann die 5 – 6 fruchtbarsten Tage ermittelt und angezeigt. Informationen über Zervixschleim,  Muttermundbeschaffenheit oder Ovulationstest werden nicht – wie man es von anderen Apps oder Zykluscomputern gewöhnt ist – im Algorithmus berücksichtigt. Wie gesagt: Ava funktioniert anders als alles bisher Bekannte und ist nicht vergleichbar mit Daysy, dem myWay oder anderen Apps. Nun stellt sich die Frage, ob man diese Informationen auch zu Verhütungszwecken nutzen kann?

Ratgeber

Kann ich mit Ava verhüten?

Diese Frage hat mich in den letzten Monaten tatsächlich hundertfach erreicht. Bis zu dieser Stelle sollte klar sein, dass der Algorithmus der App nicht für die Verhütung geeignet ist und auch keinem gängigen Regelwerk zu Grunde liegt. Mit dem Armband in Verbindung mit der App lässt sich also auf keinen Fall sicher verhüten. Wie schon erwähnt, wurde Ava auch nicht für die Verhütung konzipiert und entwickelt, sondern ausschließlich zum Tracken und zur Unterstützung beim gezielten Kinderwunsch. Das sieht man auch in der App, denn trotz der vielen Kurven und Daten findet man eine wichtige Info nicht: unfruchtbare Tage! Die Ava-App zeigt nur die mit hoher Wahrscheinlichkeit fruchtbarsten Tage an, nicht aber die sicher unfruchtbaren. Da der Algorithmus die fruchtbaren Tage „nur“ mit 86 % Genauigkeit angibt, reicht diese Information auf keinen Fall aus, um damit sicher zu verhüten.

…und wenn ich nur die Temperatur verwende?

Einige von euch sind auf eine super Idee gekommen, wie man Ava vielleicht doch zur Verhütung nutzen könnte. Theoretisch müsste es ja möglich sein, die Temperaturwerte von Ava einfach zu übernehmen und in eine App zu übertragen, die NFP-konform arbeitet. Das wäre speziell für die Frauen interessant, die z. B. das morgendliche Messen leid sind, das Messen häufig vergessen, verschlafen oder nur schlecht auswertbare Kurven haben. Im ersten Moment hörte sich dieser Vorschlag auch sehr gut an, also habe ich es getestet!

 

In der folgenden Kurve seht ihr meine mit dem Ava-Armband gemessene Temperatur (pink) und meine oral gemessene Basaltemperatur aus dem gleichen Zykus:

Leider keine Option

Wie ihr unschwer erkennen könnt, weicht die Hauttemperatur enorm von der oral gemessenen Basaltemperatur ab. Die durchschnittliche Hauttemperatur beträgt zwischen 32,5 und 36,8 Grad und liegt somit die meiste Zeit des Zyklus unter der Norm der gängigen Regelwerke. Die meisten Apps lassen Temperaturen unter 35,00 Grad erst gar nicht zu, weshalb man die durch das Ava-Armband ermittelte Temperatur in den meisten Fällen in keine andere App übertragen kann.

 

„Kein Problem, dann trage ich es eben auf ein Zyklusblatt ein!“

Ja, das war auch mein erster Gedanke, aber auch hier gibt es zwei Probleme. Die gängigen Zyklusblätter von NFP oder auch NER verfügen leider auch nicht über eine so große Temperaturspanne. Natürlich könnte man sich auch einfach selbst ein Zyklusblatt zeichnen und die Temperatur anpassen, aber genau an diesem Punkt kommen wir zum nächsten und größten K.O.-Kriterium: Die Hauttemperatur ist nicht regelkonform! Die Regelwerke der natürlichen Verhütung – egal ob Temperaturmethode nach Döring, NFP nach Sensiplan oder NER nach Rötzer – sind alle auf Basis drei möglicher Messorte konzipiert, entwickelt und wissenschaftlich untersucht, nämlich oral, vaginal oder anal. Es ist z.B. ausdrücklich untersagt, unter den Achseln oder im Ohr zu messen. Untersuchungen zur Hauttemperatur gibt es bislang nicht.

Solange es also keine wissenschaftlich bestätigte Formel zur Umrechnung der Hauttemperatur gibt oder die Regeln dahingehend angepasst werden, wird es auch nicht möglich sein, mit Hilfe des Ava-Armbandes regelkonform zu verhüten.

Fazit

Ava ist prinzipiell ein tolles Tool für den Kinderwunsch. Ich finde die dokumentierten Parameter wirklich super interessant und aufschlussreich. Außerdem ist es sehr leicht zu handhaben und erleichtert sicherlich vielen Frauen die Familienplanung.

Was mir nicht so gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass die Datenübertragung nur mittels Kabel statt via Bluetooth funktioniert und tatsächlich am besten täglich gemacht werden muss, um keine Daten zu verlieren oder Gefahr zu laufen, dass der Akku zu schwach wird. Außerdem finde ich den Preis von 249,00 € doch ein bisschen happig.

Ich glaube aber, dass Ava sehr vielen Frauen mit großen Kinderwunsch hilft und diesen sicherlich auch den Preis wert ist. Immerhin investieren viele Damen mit unerfülltem Kinderwunsch auch in Ovulationstests, Kinderwunschbehandlungen & Co., die durch Ava eventuell überflüssig werden.

 

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Über die Autorin dieses Artikels

Isabel ist Gründerin von Generation Pille und Autorin der Bücher "ByeBye Pille" und "Kleine Pille, große Folgen". Ziel der Seite und jedem einzelnen Beitrag ist es, Frauen zu helfen, ihren Körper besser zu verstehen, Symptome zu deuten und sowohl körperliche als auch hormonelle Zusammenhänge zu begreifen. Der Fokus ihrer Beiträge liegt hierbei ganz klar auf den Themengebieten Frauengesundheit, Hormone, hormonelle Beschwerden und natürliche Verhütung.
Instagram: @_isabelmorelli_
Kontakt: isabel@generation-pille.com

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