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Nicht selten erfahren wir von Frauen, dass sie nach dem Absetzen der Pille eine Veränderung in ihrer Beziehung feststellen. Woher kommt das? Wie wirkt die Pille auf unser emotionales Empfinden gegenüber unserem Partner?

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Dein Körper bestimmt die Partnerwahl, nicht du!

Aus evolutionärer Sicht ist es wichtig, dass die Nachkommen mit dem bestmöglichen genetischen Material ausgestattet werden. Und genau das versucht der Körper sicherzustellen, besser gesagt das Immunsystem. Es besteht aus winzig kleinen Zellen und Botenstoffe und bildet das Abwehrsystem in unserem Körper. Das Immunsystem ist dafür zuständig, fremde Bakterien, Viren oder Schädlinge abzutöten oder gar nicht erst reinzulassen. Hierfür bildet es MHC-Moleküle, und diese Moleküle sind es auch, die bei der Partnerwahl eine große Rolle spielen. Sucht sich die Frau nun ihren Partner aus, wird ihr Immunsystem den Mann auswählen, der nicht über die identischen Moleküle verfügt wie sie selbst. Der Grund dafür ist, dass die Nachkommen mit einer Vielzahl an Molekülarten versorgt werden sollen. Und das gelingt am besten, wenn das Paar verschiedene Molekülarten aufweist.

Nun kommt der spannende Teil

Das Immunsystem bestimmt also, ob die Moleküle zweier Menschen zueinander passen und vermittelt diese Information über den Körpergeruch. Unser Körperduft wird von den individuellen Bakterien auf der Haut geprägt und transportiert damit chemische Signale, die so genannten Pheromone. Über diese erschnuppert man also, ob die MHC-Moleküle des anderen Geschlechts passen oder nicht. Der Chemiker Karl Peterson hat den Begriff Pheromone wunderbar beschrieben:

Es sind Substanzen, die von einem Individuum nach außen abgegeben werden und bei einem anderen Individuum der gleichen Art spezifische Reaktionen auslösen.

Die Partnerwahl ist also ein biochemischer Prozess, der sicherstellt, dass der potentielle Partner zu unserem Erbgut passt und unsere Nachkommen stark und robust werden. Das betrifft übrigens beide Seiten. Nicht nur Frauen erschnuppern sich Männer, sondern auch umgekehrt.

Die Hormone reden auch mit!

Um es noch komplizierter zu machen, kommen jetzt noch unsere Hormone ins Spiel. Eine Frau hat in jedem natürlichen Zyklus drei verschiedene Phasen: die Follikelphase, die Ovulationsphase und die Lutealphase. In jeder Phase dominieren andere Hormone und die sind ausschlaggebend dafür, wen wir gerade attraktiv finden und auch wie attraktiv wir auf Männer wirken. Es gab mal einen sehr interessanten, wissenschaftlichen Versuch, der das belegte. Bei diesem Versuch ging es um das Trinkgeld von Pole-Dancerinnen. Man untersuchte die Veränderungen des Trinkgelds während der verschiedenen Zyklusphasen. Dafür beobachtete man sowohl Tänzerinnen mit natürlichem Zyklus und Tänzerinnen, die die Pille nahmen. Bei der Versuchsgruppe mit der Pille veränderte sich das Trinkgeld nicht. Bei den Frauen mit einem natürlichen Zyklus gab es in der Eisprungphase mehr als das Doppelte an Trinkgeld! Warum? Weil wir während unseres Eisprungs auf Männer viel attraktiver wirken!

Der Einfluss der Pille

Mit der Einnahme der Pille wird der natürliche Zyklus abgeschaltet und die synthetischen Hormone regieren. Keine Zyklusphasen, kein Eisprung und somit auch kein natürliches Auswahlverfahren mehr. Durch die Inhaltsstoffe der Antibabypille verändert eine Frau nicht nur ihren eigenen Körpergeruch, sie nimmt auch den Duft ihres potentiellen männlichen Sexpartners anders wahr als ohne Pille. Dabei ist der Duft der Haut doch eigentlich ausschlaggebend dafür, ob man gut zusammen passt.

Erschwerend hinzu kommt noch eine Sache, die vielen Frauen gar nicht bewusst ist. Das natürliche, körpereigene Progesteron ist neben dem Testosteron dafür verantwortlich, dass wir Frauen mutig, selbstsicher, abenteuerlustig, unabhängig und unternehmenslustig sind. Fehlt dieses Hormon, werden wir unsicher, anhänglich und ängstlich. Wenn es ganz blöd läuft, unterdrückt die Pille auch noch die Produktion von Androgenen, also auch Testosteron, und verstärkt somit diesen Effekt. Setzt man die Pille dann ab, treten all diese tollen natürlichen Funktionen unseres Körpers und der natürlichen Hormone wieder zum Vorschein.