Die erste Menstruation bekommen wir Frauen irgendwann während unserer Pubertät. Bei vielen kam sie dummerweise unerwartet, man wusste noch nicht so wirklich damit umzugehen und war froh, wenn es nicht mitten im Unterricht passierte. Mit dem Eintritt der ersten Periode gilt man geschlechtsreif und ist von heute auf morgen eine Frau. Yay!

Eigentlich ein Grund, sich zu freuen und eine Party zu schmeißen, wären da nur nicht diese schrecklichen Schmerzen, die einem ab diesem Zeitpunkt Monat für Monat quälen. Dummerweise ist das ganze Zyklusspektakel am Anfang meist noch nicht so richtig eingespielt. Im schlimmsten Fall dauert es ein paar Jahre, bis auch nur ansatzweise ein regelmäßiger Zyklus zu erkennen ist. Abgesehen davon, dass es immer mal wieder für eine „Überraschung“ sorgt, wenn die Blutung plötzlich und ohne Vorwarnung einsetzt, verursachen unregelmäßige und lange Zyklen in den häufigsten Fällen auch stärkere Schmerzen. Somit sind die schmerzhaftesten Lebensphasen der Menstruation immer die, bei denen Hormonschwankungen auftreten, wie eben die Pubertät, die Wechseljahre oder auch die erste Zeit nach dem Absetzen der Pille.

Aber woher kommen eigentlich diese Schmerzen? 

Prostaglandine! Diese netten, eigentlich sehr nützlichen Mediatorstoffe haben viele wichtige Aufgaben in unserem Körper. Allerdings sind zwei dieser Prostaglandine, nämlich PGE2 und PGF2, verantwortlich für die Krämpfe während unserer Periode. Sie werden während der Monatsblutung in vermehrter Form in der Gebärmutterschleimhaut gebildet, um Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur zu bewirken, wodurch die überschüssige Schleimhaut abgestoßen werden kann. Es hat also alles einen Sinn, eine weitere tolle Funktion unseres intelligenten Körpers. Allerdings gibt es Frauen, die eine Art Prostaglandin-Überproduktion, beispielsweise begünstigt durch hormonelle Schwankungen, entzündliche Prozesse im Körper oder zuviel Histamin.

Interessanterweise sind diese beiden Prostaglandine die gleichen kleinen Übeltäter, die während der Geburt für die Wehen bzw. Kontraktionen sorgen.

 

Doch mal zum Gynäkologen?

Starke Schmerzen während der Menstruation können auch andere körperliche Ursachen haben, die dringend von einem Gynäkologen ausgeschlossen werden sollten. Hierzu gehören zum Beispiel Endometriose, Eierstockzysten, PCOS, aufsteigende Infektionen der Scheide oder auch Eileiterentzündungen. In den meisten Fällen findet der Gynäkologe aber nichts.

 

Meine 6 besten Tipps gegen Menstruationsschmerzen – ganz ohne Medikamente!

1. Prävention

Wenn du darauf achtest, gerade nach dem Absetzen der Pille, dass dein Körper ausreichend mit Vitaminen und Nährstoffen versorgt wird, wirkt sich das positiv auf deine Menstruation aus. Besonders wichtig für die Linderung der Schmerzen sind Magnesium, B-Vitamine (besonders Vitamin B6 und B12) und Eisen. Gesunde basenreiche Ernährung, viel trinken, ausreichender erholsamer Schlaf, wenig Koffein, wenig Alkohol und so wenig Stress wie möglich. Klingt alles relativ einfach. Aber es ist eben nun mal Fakt, dass all das zu einem gesunden Körper führt und im besten Fall zu einem ausgeglichenen Hormonhaushalt.

 

2. Magnesium

Magnesium hilft nicht nur präventiv, sondern auch bei akutem Schmerz. Dieser Mineralstoff wirkt entkrampfend und somit super bei menstruationsbedingten Unterleibsschmerzen. Die Anwendung von Magnesium ist sehr vielseitig, und es ist definitiv eine Option für jeden dabei. Ganz klassisch sind natürlich Magnesiumtabletten. Allerdings kann man mit Magnesium auch ganz hervorragend Fußbäder machen oder Magnesiumöl direkt auf den Bauch/Unterbauch auftragen und einmassieren. Entkrampfend wirken alle Varianten. Zusätzlich kann man auch Lebensmittel mit hohem Magnesiumgehalt essen, wie z. B. Nüsse, getrocknete Hülsenfrüchte oder Weizenkeime. Mir persönlich hilft das Öl am besten.

Magnesium Fußbad

Die Konzentration des enthaltenen Magnesiumchlorids sollte bei einem Magnesium Fußbad zwischen 2 – 5% betragen.

Faustregel zur Dosierung:

5 Liter Wasser mit…
300 g Magnesiumchlorid = 3 % Lösung
400 g Magnesiumchlorid = 4 % Lösung
500 g Magnesiumchlorid = 5 % Lösung

Herstellung
  • 1 Wanne/Schüssel
  • 5 Liter warmes bis heißes Wasser einfüllen (nicht unter 37 Grad)
  • Magnesiumchlorid (siehe Dosierung) ins Wasser einrühren
  • Fußbad mindestens 20 Minuten genießen (oder bis das Wasser kalt ist)
Magnesiumöl

Dieses gibt es schon fertig in der Sprühflasche zu kaufen, lässt sich aber viel günstiger aus Magnesiumchlorid selbst herstellen.

  • 1 Sprühflasche mit Zerstäuber
  • 1 Liter warmes/heißes Wasser
  • 300 Gramm Magnesiumchlorid in das Wasser einrühren
  • Magnesium-Wasser-Gemisch in die Sprühflasche einfüllen

 

3. Wärme

Das ist ein sehr alter, aber eben auch sehr wirksamer Tipp: Wärme wirkt entkrampfend und entspannt die Muskulatur. Deshalb ist es hilfreich, sich auf die schmerzhaften Stellen eine Wärmflasche oder ein warmes Kirschkernkissen zu legen. Das gilt übrigens nicht nur für die Schmerzen im Unterleib, sondern auch für die Bereiche, auf die sich der Schmerz ausdehnt, wie z.B. der untere Rücken. Will man sich viel draußen bewegen, muss man keinesfalls auf die Wärme verzichten, denn für diese Fälle gibt es ganz tolle selbstklebende Wärmepflaster.

 4. TeaTime

Wer meinen Blog schon länger verfolgt, weiß: Ich bin ein Tee-Fan!
Speziell während der Periode hilft der richtige Tee sogar doppelt gut. Denn zum einen ist Wärme immer entkrampfend, also sowohl von innen mittels Tee als auch von außen mittels Wärmflasche oder Kirschkernkissen. Und zum anderen bietet uns die fabelhafte Welt der Kräuter so unheimlich viele grandiose Teesorten, die vor und während der Menstruation ein echter Segen sind.

Gänsefingerkraut, FrauenmantelSchafgarbeBeifußKamillenblütenZitronenmelisseIngwerBrennnesselMelisse und Basilikum. Diese Tees kann man sich je nach Geschmack einzeln zubereiten oder auch auf Heiltee-Mischungen zurückgreifen. Schafft man sich einige dieser Kräuter einzeln an, kann man sie auch nach Belieben mischen. Ich persönlich wechsle während der Menstruation über den Tag verteilt zwischen Brennnessel-Basilikum, Ingwer-Minze, Kamille und je nach Lust und Laune immer einer der Fertigmischungen. Ich habe festgestellt: Je mehr Brennnessel- und Ingwertee ich vor Beginn meiner Periode trinke, desto weniger schmerzhaft wird der erste Tag!

5. Yoga bzw. Bewegung!

Yoga bietet viele Vorteile. Gerade bei starken Unterleibsschmerzen verkrampft sich der Körper oft unbewusst. Auch wenn dies eine automatische Abwehrhaltung ist, wirkt sich das leider negativ auf die Schmerzen aus. Yoga hilft dem gesamten Körper, wieder zu entspannen. Zusätzlich wirkt es entkrampfend auf die Gebärmutter und stärkt den Beckenboden. Wer kein Yoga mag, sollte sich trotzdem bewegen! Spazieren gehen oder einfache Dehnungsübungen zuhause, bei einigen hilft auch schon ein kleiner Hausputz. Hauptsache Bewegung!

6. Aufpassen bei der Ernährung

Es gibt einige Lebensmittel, die bei Frauen eine negative Wirkung während der Periode haben können. Leider lässt sich das nicht pauschalisieren, da jeder Körper individuell zu betrachten ist und auf andere Trigger reagiert. Bei mir ist es definitiv das Histamin. Verzichte ich auf histaminhaltige Lebensmittel, geht es mir während der Periode besser. Aus diesem Grund hilft mir auch der Brennnesseltee so gut, denn dieser wirkt nicht nur entkrampfend, sondern ist auch ein natürliches Antihistaminikum.

Hier gilt: Probieren geht über studieren! Einfach mal ausprobieren, was dir gut tut und deine Beschwerden lindert. Folgende Lebensmittel können problematisch sein:

Histamin

Histamin verstärkt die Produktion von Prostaglandinen. Dies betrifft nicht unbedingt nur Menschen mit schon vorhandener Histaminintoleranz, sondern auch Frauen, die sonst keinerlei Reaktionen nach dem Verzehr von histaminhaltiger Nahrung haben. Das wären beispielsweise Alkohol (ganz besonders Rotwein), lange gereifter Käse, Thunfisch, Tomaten, Salami, Schinken und grundsätzlich alles, was lange reift oder konserviert ist.

Milchprodukte

Milchprodukte können aufgrund ihres hohen Eiweiß- und Calciumgehalts für einen Magnesiummangel sorgen, der Krämpfe deutlich verstärken kann. Selbst wenn man Magnesium substituiert, kann zu viel Milch seine Wirkung schwächen.

Koffein

Energy Drinks, Schwarzer Tee, Kaffee und sonstige koffeinhaltige Getränke führen bei manchen Frauen zu einer Verschlimmerung der Schmerzen.

Tierische Lebensmittel

Die meisten tierischen Lebensmittel wie Fleisch, Wurst, Käse und Eier enthalten Arachidonsäure. Diese kann Schmerzen und Entzündungen begünstigen, was sich auch negativ auf die Menstruationsschmerzen auswirken kann.


Was hilft dir am besten gegen die Menstruationsschmerzen? Hinterlass mir doch ein Kommentar! 


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Über die Autorin dieses Artikels

Isabel ist Gründerin von Generation Pille und Autorin des Buches "ByeBye Pille". Ziel der Seite und jedem einzelnen Beitrag ist es, Frauen zu helfen, ihren Körper besser zu verstehen, Symptome zu deuten und sowohl körperliche als auch hormonelle Zusammenhänge zu begreifen. Der Fokus ihrer Beiträge liegt hierbei ganz klar auf den Themengebieten Frauengesundheit, Hormone, hormonelle Beschwerden und natürliche Verhütung. Fragen oder Anregungen kannst du gerne persönlich per Mail an isabel@generation-pille.com schicken.   

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