Momentan liest man es überall und viele machen mit, es scheint also ein großer Trend zu sein: Die Rede ist von der Darmreinigung. Hat man dann seinen Darm wieder auf Vordermann gebracht, stellt sich allerdings die Frage, wie es anschließend weiter geht und wie man seinen Darm auch langfristig unterstützen kann.

Durch eine Darmreinigung werden schlechte Bakterien ausgeschieden und gute Bakterien geschützt, um eine aktive und gesunde Darmflora aufzubauen. Wir brauchen diese gesunde Darmflora, damit der Darm die Nährstoffe, die wir über Lebensmittel einnehmen, aufspalten und in die Blutbahn transportieren kann. Dieser Prozess ist wichtig für unsere Entgiftung. Kann der Darm seine Funktion aber nicht adäquat ausführen, werden andere Organe diese Funktion übernehmen müssen (wie zum Beispiel die Haut, die Leber oder die Nieren). Das sich hieraus ergebende Ungleichgewicht kann zu Beschwerden wie unreiner Haut, Haarausfall oder hormonellen Störungen führen.

In meinem Beitrag über die Darmreinigung habe ich euch eine Möglichkeit zur Darmreinigung aufgezeigt. Das Vermeiden von Zucker, Milchprodukten und Gluten sowie die Einnahme von Flohsamenschalen, Bentonit und einem Probiotika über einen Zeitraum von vier Wochen kann sehr effektiv sein. Der Darm kann aber nicht nur Beschwerden wie unreine Haut oder Haarausfall hervorrufen, sondern hat auch einen enormen Einfluss auf unser Immunsystem. Hierüber hat Isabel in ihrem Artikel über die Darmgesundheit bereits berichtet. Doch warum funktioniert der Darm bei vielen Menschen nicht richtig? In den meisten Fällen ist der Grund dafür die Ernährung, die die Darmflora schädigen kann.

Vor der Darmreinigung ist nach der Darmreinigung?

Man kämpft sich also vier Wochen durch eine Abstinenz von Gluten, Zucker und Milchprodukten und ernährt sich so gesund und bewusst wie nur möglich. Doch was passiert dann? Einfach wieder normal weiter essen? Oder weiterhin radikal verzichten? Dass eine Rückkehr zu den normalen Ernährungsgewohnheiten die Darmflora auf Dauer erneut schädigt, liegt auf der Hand. Deshalb sollte eine ausgewogene Ernährung nicht nur vier Wochen anhalten, sondern der Darm sollte langfristig unterstützt und gepflegt werden. Uns muss klar sein, dass alles, was wir essen, einen direkten Einfluss auf unsere Darmgesundheit hat.

Milch und ihre negativen Auswirkungen auf den Darm

Eine Kuh produziert naturgemäß nur soviel Milch, dass sie ihr Kalb groß ziehen kann. Allerdings wollen wir Menschen mehr Milch von der Kuh als sie normalerweise produzieren kann. Aus diesem Grund bekommen Milchkühe synthetische Hormone, damit sie dauerhaft Milch bilden können. Logischerweise nehmen wir über die Milch diese synthetischen Hormone auf, was für unseren Hormonhaushalt  nicht ohne Folgen bleibt.

Hinzu kommt, dass Milchprodukte eine stark schleimbildende Wirkung haben. Milch gehört sogar zu den schleimförderndsten Lebensmitteln, die es gibt. Für unsere Verdauung bedeutet dies, dass die Nährstoffe nicht mehr optimal aufgenommen werden können und ein Nährstoff-Mangel vorprogrammiert ist.

Was sind gute Alternativen zur Kuhmilch?

Da gibt es mittlerweile eine große Auswahl. Fast in jedem Supermarkt, Reformhaus oder Bioladen kann man pflanzliche Milchprodukte kaufen, egal ob Joghurt, Milch, Sahne oder Käse. Es gibt beispielsweise Hafermilch, Reismilch, Mandelmilch oder auch Cashewmilch. Man kann diese Sorten sogar selbst zuhause herstellen, um den beigesetzten Zucker zu vermeiden. Mein persönlicher Tipp: Mandelmilch schmeckt super im Müsli, Hafermilch ist lecker im Kaffee und Hafersahne eignet sich super zum Kochen.

Weizen und sein Klebstoff

Getreideprodukte wie Weizen, Dinkel oder Roggen beinhalten das Klebereiweiß Gluten. Das ungesunde an Gluten ist, dass es unsere Darmzotten verkleben kann. Darmzotten sind kleine feine Fühler an unserer Darmwand, die es ermöglichen, die Nährstoffe zu verdauen und den Darm beweglich zu halten. Verkleben diese Darmzotten, können Darmkrankheiten wie zum Beispiel Leaky Gut entstehen. Dadurch fällt es dem Körper sehr schwer bis unmöglich, die Nährstoffe weiterhin aus der Nahrung aufzunehmen und zu verwerten.

Das gilt grundsätzlich für alle glutenhaltigen Getreideprodukte wie Roggen, Dinkel und Weizen. Jedoch möchte ich hier besonders den Urdinkel in Schutz nehmen, denn sein Klebereiweiß hat grundsätzlich eine andere Zusammensetzung als Weizen und ist deshalb weitaus verträglicher für unseren Darm.

Was sind gesunde Alternativen zu Weizen?

Das Reduzieren von Weizen mag auf den ersten Blick sehr schwer erscheinen, doch so schlimm ist es gar nicht. Pizza, Pasta und Kuchen geht auch glutenfrei und das sogar sehr lecker. Tolle Alternativen zu Weizen sind Reismehl, Maismehl und Buchweizenmehl sowie andere Getreidesorten wie Urdinkel, Amaranth, Quinoa oder Hirse. Für Eilige gibt es auch glutenfreie Nudelsorten, Pizzateig, Brötchen oder Müslis von Barilla oder Schär. Schaut euch auch mal in Bäckereien in eurer Nähe um, viele bieten mittlerweile glutenfreie Backwaren an.

Bakterien lieben Zucker!

Das Problem an raffiniertem Zucker ist, dass er unser Immunsystem schwächt. Sogar die kleinste Menge am Tag reicht schon aus, um das Immunsystem anzugreifen. Ist unser Immunsystem dann erstmal angegriffen und somit geschwächt, haben Parasiten, schlechte Bakterien und Viren ein leichtes Spiel, unseren Darm zu schädigen. Der Zucker füttert die Bakterien im Darm, die sich dadurch vermehren und im Darm absetzen können. Die Darmflora benötigt zwar auch schlechte Bakterien, doch wenn diese Überhand nehmen, bekommt der Darm ein Problem.

Was sind gute Alternativen zu Zucker?

Wenn ich von Zucker spreche, dann rede ich vom industriellen weißen Zucker und nicht von Fruchtzucker aus Obst oder Gemüse. Den Industriezucker können wir gut mit Agavendicksaft, Kokosblütenzucker oder Reissirup ersetzen. Es kommt ganz darauf an, für was man die Süße benötigt. Doch auch bei Fruchtzucker sollte man aufpassen, denn er ist mittlerweile vielen Nahrungsmitteln beigesetzt. Und wie wir ja jetzt wissen, ist zu viel Zucker, egal aus welcher Quelle, nicht gut für uns und unseren Darm.

Für den Darm nur das Beste!

Nun haben wir die drei Ernährungsfeinde des Darms aufgelistet und kommen jetzt zu den Dingen, die der Darm liebt: Frisches und Ausgewogenes! Wollen wir unseren Darm schützen, dann sollten wir besonderen Wert auf frische und saisonale Produkte legen, denn Fertigprodukte beinhalten sehr viele chemische Inhaltsstoffe. Frisch gekochtes Essen hingegen besitzt viele wichtige Nährstoffe, die unser Körper benötigt.

Trotz Verzicht auf Zucker, Gluten und Milchprodukte braucht der Darm die Nährstoffe aus Gemüse, gesunden Kohlenhydraten und Fetten. Und diese Nährstoffe gewinnt er am besten aus frischen Lebensmitteln. Schaut euch in eurer Region um, eventuell gibt es Hofläden oder Wochenmärkte, wo ihr saisonale und regionale Lebensmittel kaufen könnt. Dadurch nehmt ihr nicht nur die meisten Nährstoffe auf, denn die Lebensmittel müssen nicht erst mehrere hundert Kilometer importiert werden, sondern ihr unterstützt auch noch die Landwirtschaft in eurer Region.

Es gibt Menschen, die können radikal auf Weizen, Milch und Zucker verzichten. Hut ab! Allerdings gibt es auch Menschen, denen das sehr schwer fällt, denn wie sagt man so schön: Die Gewohnheit ist unser größter Feind. Dass es nicht einfach ist, auf die gewohnten Lebensmittel zu verzichten, ist verständlich.

Doch es geht nicht darum, von heute auf morgen diese Lebensmittel komplett wegzulassen, sondern  darum, sie Schritt für Schritt durch gesunde Alternativen zu ersetzen. Es gibt viele Möglichkeiten, seine Ernährung zu ändern.

Hier ein paar Tipps, die mir bei der Ernährungsumstellung sehr geholfen haben:

  • Lasst Euch von guten Kochbüchern oder Rezepte-Webseiten (z.B. Pinterest)  inspirieren.
  • Bereitet Euer Essen für den nächsten Tag schon am Abend vor.
  • Bringt Abwechslung in eure Ernährung, indem ihr neue Lebensmittel ausprobiert.
  • Macht einen Kochkurs und lasst euch durch verschiedene Gerichte inspirieren.
  • Besucht einen Gemüsemarkt in eurer Region und kauft saisonale Produkte.
  • Probiert grüne Smoothies.
  • Plant euere Woche und sucht euch hierfür Rezepte für jeden Tag.

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Über die Autorin dieses Artikels

Sina nahm selbst 10 Jahre lang die Pille und hatte danach mit starken Hautunreinheiten zu kämpfen. Nun möchte sie Frauen helfen, ihre hormonellen Beschwerden wie das Ausbleiben der Periode oder Pickel zu bekämpfen. Als ausgebildeter Health Coach weiß sie, welche wichtige Rolle das Thema Ernährung spielt und teilt auf Generation-Pille sehr gerne ihr Wissen und Erfahrungen. Fragen und Anregungen kannst gerne persönlich an sina@generation-pille.com schicken.

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