Wie man mit der Psychosomatik die Grenzen rein körperlicher Therapien überwinden kann

In diesem Artikel zeige ich auf, welche Chancen eine ganzheitliche Therapie mit psychosomatischen Ansätzen hat, was auf der körperlichen Ebene notwendig ist und auf der seelischen Ebene nicht vernachlässigt werden sollte, um gesund zu werden und vor allem, um gesund...

Hormonbalance: Was du selbst dafür tun kannst

Ein hormonelles Ungleichgewicht kann viele Gesichter haben. Die gute Nachricht: Du kannst aktiv etwas zugunsten deiner Hormongesundheit tun. In diesem Beitrag findest Du ein paar hilfreiche Tipps, wie Du deine Hormonbalance selbst unterstützen und dauerhaft positiv...

Als Frau dominieren uns natürlich die weiblichen Hormone, aber ohne Testosteron geht es bei uns wahrhaftig nicht. Was passiert bei uns, wenn Testosteron zu stark oder zu schwach ist? Erfahrt in diesem Artikel, welche Auswirkungen im weiblichen Körper spürbar werden, wie wir Testosteron selbst beeinflussen können und welche pflanzlichen Mittel regulierend wirken.

Wo wird Testosteron eigentlich gebildet?

Testosteron wird (wie die weiblichen Hormone) ebenfalls in den Ovarien gebildet, aber auch in den Nebennieren sowie im Fett-/Muskelgewebe.

Warum der Körper diese „Nebennieren-fall-back-option“ vorsieht, also Geschlechtshormone in dem Organ produziert, welches eigentlich auf Stresshormone spezialisiert ist, erfährst du weiter unten.

Welche positiven Eigenschaften bringen mir Testosteron?

  • Gedächtniskraft (Kurzzeitgedächtnis wird gestärkt)
  • gesunder Sexualtrieb
  • positive Einstellung zum Leben
  • generelle Verbesserung des Gemütszustandes
  • fördert Orgasmusfähigkeit
  • fördert die Bildung von Erythrozyten (rote Blutkörperchen) und deren Eisenaufnahme (Missbrauch im Doping)
  • Knochenaufbau
  • vorbeugend gegen Cellulite (verstärkt Spannung und Dicke der Haut – Achtung: Akne inversa)

Welche negativen Eigenschaften bringen mir Testosteron?

  • ausbleibende Menstruation /Eisprung
  • Hirsutismus (Vermehrung der Körperhaare der Frau an Oberlippe, Kinn, Innenseiten der Oberschenkel, Schamregion und aufwärts bis zum Bauchnabel und auf der Brust)
  • Akne
  • Haarausfall
  • Zysten am Eierstock
  • vermehrte Fetteinlagerung
  • Muskelschwund
  • Bluthochdruck
  • Antriebslosigkeit und Unmotiviertheit
  • MACHTlosigkeit
  • Libidoverlust
  • erhöhtes Risiko für Diabetes sowie für Brust- und Gebärmutterhalskrebs
Testosteron: Fluch oder Segen? Alles über Vor- und Nachteile 3

Das Testosteron in meinem Zyklus

Mit dem ersten Zyklustag (Einsetzen der Periode) steigt auch der Testosteronwert im Körper an und erreicht seinen Höhepunkt am Tag des Eisprungs. In dieser Zeit ist durch das steigende Testosteron das Verlangen nach Sex am größten. Das ist evolutionär begründet. Wäre doch ein aufwändig vorbereiteter Eisprung ohne Sex nicht zielführend.

In der zweiten Zyklushälfte fällt der Testosteronspiegel bis zur Periode wieder ab. Achtung: In dieser Zeit wird viel vom Testosteron zu Dihydrotestosteron (DHT) umgewandelt, welches die Talgproduktion steuert. Ist sowieso schon jede Menge Testosteron und womöglich zusätzlich eine „Schwäche“ in der Verstoffwechslung (Abbau) vorhanden, werden die damit verbundenen Probleme sichtbar. Es entsteht mehr Talg in den Hautdrüsen. Diese verstopfen und bilden einen Nährboden für Bakterien, wodurch kleine Entzündungen bzw. Pickel entstehen, auch die Haarwurzel ist von diesem Vorgang betroffen (Haarausfall).  Setzt im Durchschnitt nach weiteren 14 Tagen die Periode ein, steigt der Testosteronwert wieder an und Frauen beobachten eine Linderung.

Wichtig!

Testosteron allein macht noch keinen Pickel oder Haarverlust. Hashimoto-Thyreoiditis oder eine Eisenmangelanämie beispielsweise sind ebenfalls triftige Gründe.

Ob bei erhöhten Androgenen nun mehr davon in Testosteron oder Östrogen umgebaut wird, ist nicht vorherzusehen. Ja, du hast richtig gelesen, Östrogene werden aus den männlichen Vorläuferhormonen gebildet. Das heißt irgendwo auf dem Weg aus DHEA und Androstendion entscheidet sich der Körper für Östrogen oder Testosteron, im besten Falle wäre es gerecht aufgeteilt. Aber wann ist das Leben schon gerecht?!

Lass dich testen!

Die Bestimmung der Androgene im Blut ist am besten zwischen dem dritten und fünften Tag und für die Bestimmung von Dihydrotestosteron optimal in der zweiten Zyklushälfte. Lass am besten alle Androgene kontrollieren. Wie du oben schon gelesen hast, wird Androstendion aus DHEA gebaut und dann folgt Testosteron und weiter Dihydrotestosteron. Somit können hohe DHEA-Spiegel dazu führen, dass Frauen zu viel Testosteron haben. Das Gesamttestosteron besteht zu 40 bis 50 % aus bioaktivem, d. h. Albumin­-gebundenem Testosteron wie auch SHBG-gebundenem Testosteron (50 bis 60 %) und freiem Testosteron (1 bis 2 %). Achte im Blut auf die Kontrolle des freien Testosterons und auch von SHBG sowie Dihydrotestosteron (falls du zu Akne und Hirsutismus neigst).

Im Speichel kannst du leider nur Testosteron und DHEA testen lassen. Allerdings in den aktiven Formen. Das bedeutet, du bekommst einen Überblick, was auch tatsächlich in der Zelle ankommt. Das Verhältnis lässt sich hier gut auswerten und sollte zwischen Östrogen und Testosteron 1:10 betragen.

Warum dieser Synthese(aufwand)weg? Da scheint sich der Körper aber etwas dabei zu denken, macht er doch nichts „umsonst“.

Werden die Nebennieren zu stark durch Stress angeregt (DHEA steigt), kann eine gleichzeitige Androgenausschüttung angekurbelt werden. Wird der Stress chronisch, sinkt auch das DHEA und ein Mangel an Androgenen kann entstehen. Hier ist liegt der erste Therapieansatz und auch die Ursachenforschung.

Testosteron wird nun auch produziert, wenn die Eierstöcke nicht voll funktionstüchtig sind, z. B. nach dem Absetzen der Pille oder in/nach den Wechseljahren. Dadurch kann sich ein sehr belastendes Ungleichgewicht entwickeln (Symptome siehe oben).

Testosteronüberschuss… Wie kommt das nochmal zustande?

Die Zusammenfassung:

  1. ist es eine Auswirkung der fehlenden weiblichen Hormone als Gegengewicht (relative Testosterondominanz).
  2. ist es eine Art „Hilfshormon“, um den Körper bei akuten Stresssituationen – neben Cortisol – zur Seite zu stehen, den Stress zu be- und verarbeiten.
  3. Du befeuerst es selbst „unbewusst“.
  4. Du betreibst Leistungssport und ernährst dich vorwiegend proteinreich.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Frauen in Karrierepositionen mehr Testosteron bilden als andere Frauen. Es hängt vom Lebensumfeld ab. Das heißt, ist Frau im Job fast allein unter Männern und/oder muss dort „ihren Mann“ stehen, bekommt der Körper das Signal für die Mehr-Bildung von Testosteron.  Lebst du deine Weiblichkeit vielleicht nicht oder lehnst du deine Periode /dein Zyklus aufgrund von traumatischen Erlebnissen vielleicht sogar ab?

Übrigens geht es auch andersherum: Frauen, die z. B. in einer Frauen-WG wohnen, können sich zur selben Zeit auf eine gemeinsame Menstruation einschwingen, ihre weiblichen Hormonausschüttungen gleichen sich an. Ich bin überzeugt davon, dass es unsere Aufgabe als Frau ist, unser Dasein im weiblichen Körper anzunehmen und voller Freude zu leben – unabhängig von den Lebenskonzepten.

Was hat es mit Leistungssport und Ernährung auf sich?

Hochintensive Intervalle mit Übungen wie Burpees , Squats, Deadlifts oder Sprints haben nachweislich einen beständigen Einfluss auf unseren Testosteronspiegel. Wir können also schon mal festhalten, dass kurze, hochintensive Übungen, die hormonellen Voraussetzungen bieten, um Muskeln aufzubauen, Fett zu verbrennen und somit einen Testosteronüberschuss bewirken.

Testosteron zählt ja zu den „anabolen“ (wie Insulin auch), also zu den aufbauenden Hormonen. Low carb-Ernährung heißt meist automatisch High Protein-Ernährung. Diese – wie ich sie gern bezeichne – „männliche Ernährung“ fördert den Muskelaufbau und damit das Testosteron. Oder das Intervallfasten. Es hat viele Vorteile, aber eben auch die Steigerung des Testosteronwerts. Oder wusstest du, dass Haferflocken oder Haferkleie auch den Testosteronspiegel anheben können.

Nach dem Überschuss folgt möglicherweise der Mangel

Wird der Stress chronisch, kehrt sich das Ganze ins Gegenteil. Cortisol und Testosteron nehmen ab und wir sind kaum mehr in der Lage, unseren Alltag zu bewältigen. Chronischer Stress kann außerdem dazu führen, dass die Zellen nicht mehr richtig auf Insulin reagieren. Dies wiederrum kann zu einer Insulinresistenz führen – ein Teufelskreis. Desweiteren kann Stress auch zu einer Abnahme der Schilddrüsenhormone führen, die Stoffwechselaktivität wird dann im ganzen Körper verringert.

Die Nebennieren

Die Nebennieren sind, einfach gesagt, der Ort für unsere Stressverarbeitung und lebensnotwendig. Lebt mein Körper und/oder meine Seele über seine Stressverarbeitungsmöglichkeiten, dann werden die Nebennieren schwächer und können sogar ausbrennen. Die Folge davon – Burn-out – ist bekannt (Adrenal Fatique). Damit geht natürlich auch die Produktion von Testosteron verloren.

Testosteron und Zink

Zink ist nach Eisen eines der häufigsten Spurenelemente im menschlichen Körper. Es kann den Testosteronspiegel steigern, da durch Zink ein Enzym zur Bildung von Testosteron angeregt wird. Jedoch reguliert Zink den Testosteronhaushalt, ohne dass das Hormon anschließend im Überschuss vorhanden ist. Eine tolle Eigenschaft. Zink kommt in Lebensmitteln wie Kürbiskernen, Linsen, Haferflocken, Paranüssen und Fleisch vor.

Testosteron und die Phytotherapie

Pflanzen wie Sägepalme, Mönchspfeffer, Schlangenwurzel, Lakritz, Pfefferminz und Lavendel können sich positiv auf deine Hormonbalance auswirken. Folgende Pflanzen enthalten vergleichsweise viele Phytoandrogene (also erhöhen den Testosteronspiegel):

  • Ginseng
  • Brennnesselwurzel
  • Maca
  • Pinienkernextrakt
  • Olivenblattextrakt
  • Kiefernpollen
  • Erd-Burzeldorn (Tribulus terrestis)

Testosteron wird (wie alle Hormone) aus Cholesterin hergestellt. Demzufolge kann eine Ernährung mit vielen ungesättigten Fettsäuren die Gesamthormonproduktion begünstigen. Gute Fette findest du in Avocados, Lachs, Nüssen, Samen und hochwertigen Ölen wie Olivenöl.

Was hat Testosteron mit Insulinresistenz zu tun (eine wichtige Frage beim Krankheitsbild PCOS)

Die Insulinresistenz führt dazu, dass die Bauchspeicheldrüse zu viel Insulin ausschüttet. Das wiederum regt die Hypophyse zu einer Stimulation des luteinisierenden Hormons (LH) an, das seinerseits zu einer vermehrten Produktion von männlichen Sexualhormonen (Androgene) in den Eierstöcken führt.

Dort wird durch die Insulinresistenz gleichzeitig die Bildung von Progesteron gestört, so dass ein Überschuss an Androgenen entsteht. „Die Hyperinsulinämie ist ein Promotor der Hyperandrogenämie“.