Wie man mit der Psychosomatik die Grenzen rein körperlicher Therapien überwinden kann

In diesem Artikel zeige ich auf, welche Chancen eine ganzheitliche Therapie mit psychosomatischen Ansätzen hat, was auf der körperlichen Ebene notwendig ist und auf der seelischen Ebene nicht vernachlässigt werden sollte, um gesund zu werden und vor allem, um gesund...

Hormonbalance: Was du selbst dafür tun kannst

Ein hormonelles Ungleichgewicht kann viele Gesichter haben. Die gute Nachricht: Du kannst aktiv etwas zugunsten deiner Hormongesundheit tun. In diesem Beitrag findest Du ein paar hilfreiche Tipps, wie Du deine Hormonbalance selbst unterstützen und dauerhaft positiv...

Mit diesem Artikel möchte ich euch einen kleinen Leitfaden darüber geben, was ein Lipödem ist und welche Möglichkeiten es zur Behandlung gibt. Da ich selbst von einem Lipödem betroffen bin, ist es mir ein großes Anliegen, über dieses Thema aufzuklären, Frauen zu ermutigen, dagegen anzukämpfen und sie auf ihrem Weg naturheilkundlich zu unterstützen.

Meine Selbsterfahrung

Sehr viele Arztbesuche brachten eine große Demütigung mit sich, besonders in der Zeit, bevor das Lipödem als solches diagnostiziert wurde. Ich ernähre mich vegetarisch mit veganem Anteil, backe mein Brot meistens selbst, verzichte weitgehend auf Zucker und Gluten. Dazu kann ich auf eine beachtliche Diätkarriere zurückblicken, ohne dabei jemals relevant an Gewicht verloren zu haben. Achso, dann mache ich natürlich 5 Mal pro Woche Sport – sowohl Kraft- als auch Ausdauertraining – und gehe 10.-12.000 Schritte am Tag. Mit dem Ergebnis, dass man von all meinen Anstrengungen nicht im Geringsten etwas sieht. Das Anziehen der Kompressionswäsche, welches anfangs mit dem Kraftakt einer kleinen Sporteinheit gleichzusetzen war, ist mittlerweile zur täglichen Routine geworden. 

Wenn ich dann wegen meiner Schmerzen in den Beinen und den Knien beim Arzt sitze, ist der erste (und meist auch einzige) Blick seinerseits der auf mein Übergewicht. Ich solle doch abnehmen, dann würden sich die Probleme legen. Erzähle ich ihm dann, was ich alles mache, erscheint meist ein verschmitztes, ungläubiges Lächeln auf seinem Gesicht. Jedes Mal, auch wenn man schon darauf vorbereitet ist, wirkt das wie ein kleiner Stich ins Herz. Manchmal folgt noch die Belehrung, dass es ja auf die Gesamtkalorien ankomme. Ich fühle mich komplett unverstanden, degradiert und machtlos. Geht es dir auch so?

Was ist eigentlich ein Lipödem?

Das Lipödem tritt fast nur bei Frauen auf. Hier wachsen die Fettzellen, das Fettgewebe wird immer dicker. Diese Fettzellen wirken wie ein Schwamm auf die Lymphflüssigkeit, der diese vermehrt speichert. Durch diesen Effekt wird der Weitertransport der Lymphflüssigkeit massiv erschwert. Es kommt zu Schwellungen und der Teufelskreis beginnt. Das Lipödem ist also eine gestörte, krankhafte Fettverteilung des Körpers, welches sich nicht durch Diäten und Sport reduzieren lässt.

Ein jahrelang unbehandeltes Lipödem kann zu weiteren zusätzlichen Lymphödem führen. In der Medizin spricht man dann von einem Lipolymphödem. Leider gibt es in diesem Bereich wenig Spezialisten. Für viele Frauen beginnt eine wahrhafte Odyssee. Die Ratschläge vieler Ärzte, wie „Nehmen Sie doch erst einmal ab“, „Machen Sie Sport und stellen sie ihre Ernährung um“, sind gut gemeint, führen letztendlich aber nicht zur Heilung und zurück bleibt eine tiefe Frustration.

Bis die Betroffenen den richtigen Ansprechpartner finden, vergehen oft Jahre.

Richtige Ansprechpartner sind: Phlebologen, Angiologen und Lymphologen. Mittlerweile gibt es auch Kliniken, die sich auf Lipödem-Patientinnen spezialisiert haben.

Das sind die Kennzeichen eines Lipödems:

  • unproportionelle Fettverteilung zwischen Ober- und Unterkörper
  • schlanke Hände und Füße
  • Druck- und Berührungsschmerz
  • grobknötige Unterhautschicht (ähnlich einer schweren Cellulite)
  • blaue Flecken ohne erkennbaren Grund
  • Wammenbildung an Gelenken (grobe, deformierende Fettlappen)
  • brennende, stechende Beine bei Bewegung oder beim Daraufliegen
  • Säulenbeine (Unterhautfettgewebe am gesamten Bein vermehrt)
  • kalte Extremitäten durch schlechte Durchblutung

Das Lipödem bricht meist zuerst an den Beinen aus. Sofern es nicht behandelt wird, kann es auf andere Körperteile übergreifen. Meist folgen nach den Beinen die Arme, Hüfte, Kinn, Nacken und Steißbein, aber auch der Bauch kann betroffen sein.

Das Lipödem wird offiziell in verschiedene Stadien eingeteilt:

  • Stadium 1: Hautoberfläche glatt, Unterhautfett verdickt, Fettstruktur feinknotig
  • Stadium 2: Hautoberfläche uneben, Fettstruktur grobknotig
  • Stadium 3: Gewebe zusätzlich derber und härter, großlappig deformierende Fettlappen
  • Stadium 4: zusätzlich starkes Lipolymphödem.

Es ist möglich, dass jemand mit Lipödem-Stadium 1 sehr viele Schmerzen hat, während Stadium 2 bei manchen Betroffenen kaum schmerzhaft ist. Die Diagnose ist nicht leicht zu stellen. So braucht es oft eine große Portion Mut, um mit seinen Vermutungen zum richtigen Arzt/zur richtigen Ärztin zu gehen, wenn Frau sich nicht genau in irgendwelche Stadien und Schemata einteilen lässt.

Wie wird ein Lipödem schulmedizinisch behandelt?

  • Kompression / Flachstrickkompression
  • manuelle Lymphdrainage
  • AIK (apparative intermittierende Kompression)
  • Liposuktion (Kassenleistung ab Stadium 3)

 Für die Kompression lohnt es sich, ein erfahrenes Sanitätshaus aufzusuchen, welches speziell ausgebildetes Fachpersonal mit einer Zertifizierung für Lymphologie besitzt, denn im Schrank liegend bringt einem die Kompression leider nichts.

Die AIK ist eine physikalische Maßnahme in der Entstauungs- und Erhaltungstherapie von Ödemen. Sie wird oft ergänzend zur manuellen Lymphdrainage eingesetzt. Umgangssprachlich wird es auch Lymphomat-Therapie genannt.

Die Liposuktion bei einem Lipödem bedeutet, dass das betroffene krankhafte Lipödem Fett bei einer Operation abgesaugt wird, um ein erneutes Wuchern der krankhaften Fettzellen zu verhindern. Leider sind oft mehrere Operationen nötig, welche den Kreislauf und den Körper sehr belasten. Die Liposuktion ist keine Kassenleistung und muss von den Patientinnen meist privat bezahlt werden.

Folge-/Nebenerkrankungen

Das Lipödem geht häufig mit weiteren Begleiterkrankungen Hand in Hand, wie z. B. mit Lymphödem, Fibromyalgie, Arthrose, Restless Legs-Syndrom sowie entzündeten Nerven und Muskeln durch den enormen Druck. Hier gibt es auch Erkrankungen, welche durch ein hormonelles Ungleichgewicht beeinflusst werden, wie z. B. Schilddrüsenunterfunktion, Hashimoto, Depressionen, Reizdarm-Syndrom und chronische Darmerkrankungen.

Was haben die Hormone mit dem Lipödem zu tun?

Von einem Lipödem sind, wie schon erwähnt, fast ausschließlich Frauen betroffen. Es tritt fast immer in sogenannten „hormonellen Umbruchsphasen“ auf oder es verschlimmert sich hierunter.  Zu diesen Umbruchsphasen gehören die Pubertät, Schwangerschaften und die Wechseljahre. Auch genetische Veranlagungen spielen eine Rolle.

Da die Pille massiv in unser hormonelles Gleichgewicht eingreift, kann sie das Lipödem „füttern“. Bei Veranlagung oder Erkrankung sollte auf jeden Fall eine hormonfreie Verhütung zum Einsatz kommen, wie z. B. NFP, Diaphragma, Pessar oder Kondom.

 

Wichtig ist es, in sein hormonelles Gleichgewicht zu kommen oder dieses zu halten.

Lass deine Geschlechtshormone über einen Speicheltest bestimmen, um nach der Analyse einen gezielten, individuellen Therapieansatz mit deiner Heilpraktikerin zu besprechen. Auch andere Hormonbestimmungen können je nach Beschwerdebild sinnvoll sein, wie so häufig spielen nämlich die Schilddrüse und die Nebennieren tragende Rollen.

Wie kann ich naturheilkundlich unterstützen?

In einer Studie wurde festgestellt, dass der inflammatorische (entzündliche) Marker im Lipödemfett erhöht ist. In meiner Praxis arbeite ich daher neben der hormonellen Regulation vor allem mit antientzündlichen Maßnahmen.

Hier möchte ich an erster Stelle die Kurkuma erwähnen.

Kurkuma wirkt u. a. entzündungshemmend, antioxidativ und soll sogar krebshemmend sein, was sich ebenfalls positiv auf die Lipödemzellen auswirken kann. Bedenke: Die Kombination mit Piperin (schwarzem Pfeffer) steigert die Bioverfügbarkeit um ein Vielfaches.

Ich bin ein großer Fan der „Goldenen Milch“ – eine unkomplizierte und schmackhafte Möglichkeit, die positive Wirkung von Kurkuma in seinen Alltag zu integrieren. Auch die inflammatorischen Nebenerkrankungen (siehe oben), die oft mit einem Lipödem einhergehen, profitieren davon. Rezepte finden sich zu genüge im Internet, je nach Gusto in unterschiedlichsten Formen.

Aus der Phytotherapie ist der Steinklee mein Favorit.

Er hat sehr gute Eigenschaften, die Lipödem-Patientinnen zugutekommen. Er wirkt ebenfalls entzündungshemmend, insbesondere auf die Blutgefäße. Er stärkt sie und sorgt dafür, dass weniger Flüssigkeit in die Zellzwischenräume gelangt. Das nennt man „ödemprotektiv“. Steinklee verbessert den Blutfluss und den lymphatischen Abtransport. Die Produktion sogenannter Fresszellen wird angeregt, Eiweißbausteine in den Geweben abgebaut, welche sonst schmerzhafte Wassereinlagerungen und Lymphstau verursachen. Vom gelben Steinklee werden die getrockneten Blätter sowie die blühenden Triebe verwendet. Bitte achte darauf, denn in den Blüten sind die meisten medizinischen Wirkstoffe enthalten!

Neben Kurkuma und Steinklee stellen auch das CBD-Öl und die Pferdesalbe eine gute Alternative zu herkömmlichen Schmerzmitteln dar.

Eine Ernährungsumstellung, bei der auf Zucker und ein Zuviel an tierischen Produkten und Gluten verzichtet wird, hilft dem Körper beim Entsäuern. Dies kann durch Säure-Basen-Tabletten und Bäder noch unterstützt werden. Bei vielen Betroffenen hat das schon einen großen Einfluss auf das Befinden und die Schmerzen.

Das wichtigste ist: Bleibe in Bewegung, denn jede Art von Bewegung unterstützt das lymphatische System.

Für mich als Betroffene war die Diagnose erst einmal ein ziemlicher Schock, denn es bedeutet, an einer fortschreitenden Erkrankung zu leiden, welche auch starke Probleme am Bewegungsapparat verursachen kann.

Das Thema Lipödem wird leider schulmedizinisch und wissenschaftlich „stiefmütterlich“ betrachtet. Und daher ist mir die Aufklärung und die Unterstützung Gleichgesinnter wichtig. Ich hoffe, dir mit dem Artikel Mut zu machen, alternative, ganzheitliche Therapien auszuprobieren. Ebenfalls möchte ich alle Nicht-Betroffenen sensibler und vielleicht respektvoller für dieses Thema machen. Gerne begleite ich dich in meiner Praxis.