Alternative Monatshygiene: Entdecke die Vielfalt

Was hast Du vor Augen, wenn Du den Begriff „Monatshygiene“ hörst? Ich beobachte bei mir, dass dabei unwillkürlich Erinnerungen an Bilder aus der Werbung hochkommen. Tampons, die dafür sorgen, dass Frau auch während ihrer Periode keine Beeinträchtigungen hat, und...

Lebenszyklen einer Frau aus ayurvedischer Sicht

In meinem heutigen Beitrag betrachten wir die natürlichen Zyklen und Lebensphasen von uns Frauen durch die Brille des Ayurveda. Zweifelsohne sind wir Frauen rhythmische Wesen. Bedingt durch unser faszinierendes Hormonsystem wohl nochmal mehr als die Männer. Ein Grund...

Menschen, die an Hashimoto Thyreoiditis erkranken, sind echt nicht zu beneiden. Die Autoimmunerkrankung wird oft verkannt oder sogar komplett ignoriert. Ich glaube, es gibt kaum eine Erkrankung in meiner Praxis, die so oft in einem Nebensatz fallengelassen wird. „Ach ja, ganz vergessen…Hashimoto habe ich auch noch.“ Dass ihre Beschwerden aber genau damit in Verbindung stehen, wissen die wenigsten Frauen. Lasst uns damit Schluss machen. Schauen wir uns dieses Krankheitschamäleon mal genauer an.

Morbus Hashimoto – eine Schilddrüsenerkrankung?

Der Begriff wird gar nicht direkt mit der Schilddrüse in Verbindung gebracht. Aber ist der Morbus Hashimoto wirklich nur eine Schilddrüsenerkrankung? Jein. Es handelt sich hierbei um eine Autoimmunerkrankung, die zu einer chronischen Schilddrüsenentzündung führt. Die Schilddrüse ist also eigentlich gar nicht „schuld“ an der ganzen Misere. Viel mehr ist sie Opfer einer fehlgeleiteten Immunreaktion.

Unterschieden wird übrigens zwischen 2 Verlaufsformen: Der Hashimoto Thyreoiditis im eigentlichen Sinne und der Ord-Thyreoiditis. Während die Hashimoto Thyreoiditis mit einer Vergrößerung der Schilddrüse einhergeht, kommt es bei der Ord-Thyreoiditis zu einer Schilddrüsenverkleinerung. Da aber ein Übergang zwischen beiden Formen möglich ist und sich die Symptome zudem sehr ähneln, werden heute meist beide Formen als Hashimoto Thyreoiditis bezeichnet.

Das passiert bei einer Hashimoto Thyreoiditis

Der Morbus Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung. Das bedeutet, dass dein Körper Antikörper gegen sein eigenes Gewebe bildet. In diesem Fall richten sich die Antikörper gegen Bestandteile der Schilddrüse. Diese werden nach der Struktur benannt, die sie angreifen. So gibt es zum Beispiel die MAK (mikrosomale Antikörper), die TRAK (Thyreotropin-Rezeptor-Autoantikörper) und die TAK (Thyreoglobulin-Antikörper). Diese werden uns in dem Abschnitt über die Diagnose der Hashimoto Thyreoiditis nochmal begegnen.

Hashimoto Thyreoiditis – Was sind die Ursachen?

Obwohl die Hashimoto Thyreoiditis zu den häufigsten Autoimmunerkrankungen gehört, ist die Ursache der Erkrankung noch weitgehend unbekannt. Aufgrund familiärer Häufungen werden genetische Faktoren diskutiert. Da die Erkrankung vor allem in hormonellen Umbruchphasen wie beispielsweise der Pubertät, während oder nach der Schwangerschaft sowie in den Wechseljahren auftritt, ist anzunehmen, dass die Geschlechtshormone Einfluss nehmen. Größere Mengen Jod können die Erkrankung verschlimmern oder auch bei entsprechender Veranlagung zum Ausbruch bringen.

In meiner Praxis sehe ich bei Patientinnen mit Morbus Hashimoto oft noch weitere Gemeinsamkeiten. Zum einen liegt vermehrt eine chronische Virenbelastung, insbesondere mit dem Epstein-Barr-Virus, vor. Zum anderen haben die betroffenen Frauen eine oft schon über Jahre andauernde Darmproblematik. Hier findet sich vielfach eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut (Leaky gut).

 

Die Symptome der Hashimoto Thyreoiditis

In der Einleitung habe ich die Erkrankung als Chamäleon bezeichnet. Diesen Namen hat sie sich wirklich verdient. Die Symptome sind oft so uncharakteristisch, dass sie entweder übersehen oder aber gar nicht zugeordnet werden. Allzu oft bekommen die Frauen den guten Rat, sich doch mal etwas weniger zu stressen. Oder noch schlimmer: Sie bekommen ein Antidepressivum verschrieben.

Im frühen Stadium der Erkrankung kommt es häufig zu Überfunktionssymptomatiken. Dazu gehören neben Nervosität, Reizbarkeit und Rastlosigkeit auch Herzklopfen, Herzrasen, Gewichtsverlust sowie Durchfall und Störungen des Menstruationszyklus. Später tritt die Unterfunktion in den Vordergrund. Zu den möglichen Symptomen gehören hier:

  • Erniedrigte Körpertemperatur
  • Erhöhte Kälteempfindlichkeit
  • Wassereinlagerungen
  • Kloßgefühl im Hals
  • Muskelschwäche
  • Muskelverhärtungen
  • Trockene Schleimhäute
  • Juckreiz
  • Libidoverlust
  • Gelenkschmerzen
  • Konzentrationsstörungen
  • Müdigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Depressive Verstimmungen
  • Verdauungsstörungen
  • Zyklusstörungen

Hashimoto Thyreoiditis – so wird die Diagnose gestellt

Nicht selten suchen Frauen mit einem oder mehreren der genannten Symptome eine(n) Ärztin /Arzt auf, weil sie bereits selbst die Schilddrüse als Übeltäterin vermuten. Dann aber kommt die Ernüchterung: „Nein, die Schilddrüse ist in Ordnung.“ Häufig basiert diese Aussage aber allein auf der Messung des TSH-Werts im Blut. Aber reicht der aus, um eine Schilddrüsenproblematik auszuschließen? Nein, tut er nicht.

Wenn du den Verdacht hast, dass deine Schilddrüse nicht in Ordnung ist, solltest du folgende Werte im Blut checken lassen:

  1. TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon)
  2. Antikörper (MAK, TRAK, TAK)
  3. die freien Schilddrüsenhormone (fT3 und fT4)

Übrigens schließen fehlende Antikörper eine Erkrankung nicht aus. Es gibt auch die sogenannte „seronegative“ Form. Hier liegt eine Hashimoto Thyreoiditis ohne die entsprechenden Antikörper im Blut vor. Um die Erkrankung nicht zu übersehen, sollte deshalb bei Verdacht ein Schilddrüsenultraschall (Sonographie) durchgeführt werden. Im Fall der Fälle zeigt sich die typische „unruhige“ Gewebsstruktur mit dunklen echoarmen Regionen. Es handelt sich um Ansammlungen von Gewebswasser, das im Rahmen der Entzündung entsteht.

Bestehen Zweifel, ob es sich um eine Hashimoto Thyreoiditis oder einen Morbus Basedow (ebenfalls eine Autoimmunerkrankung mit Schilddrüsenbeteiligung) handelt, kann ein Szintigramm durchgeführt werden. Hier zeigt der Morbus Basedow eine sehr hohe und der Morbus Hashimoto eine sehr niedrige Aktivität.

Diagnose Hashimoto – und dann?

Wenn die Diagnose Hashimoto gestellt wird, fällt auch oft der Satz: „Damit müssen Sie jetzt leben.“ Dementsprechend fallen die Behandlungsoptionen auch recht karg aus: Schilddrüsentabletten. Zum Großteil werden reine T4-Präparate wie Euthyrox oder L-Thyrox verordnet. Und das reicht? Manchmal ja und manchmal nein. Einige Patientinnen kommen mit der Einnahme der Schilddrüsentabletten gut zurecht. Andere Patientinnen fühlen sich trotz scheinbar guter Werte alles andere als gut.

Warum ist das so? Zunächst einmal sollte immer das Motto „Befinden vor Laborwerten“ gelten. So ein Normbereich ist ja groß. Die Erfahrung zeigt aber, dass Frauen mit Hashimoto Thyreoiditis, die Schilddrüsentabletten einnehmen, sich eher im oberen Drittel der Normwerte wohlfühlen. Und nicht jeder Körper kann die solitären Schilddrüsenhormone gut nutzen. Schließlich muss das zugeführte T4 erstmal in die aktivere Form T3 umgewandelt werden. Sind Darm und Leber dazu nicht ausreichend in der Lage, kommt es zu Unterfuntionssymptomatiken. Man spricht hier auch von einer Konversionsstörung.

Alternative Schweinehormone? 

Einige Frauen haben mit „natürlichen Schilddrüsenhormonen“ gute Erfahrungen gemacht. Hierfür wird ein Schilddrüsenextrakt, der aus Schweineschilddrüsen hergestellt wird, genutzt. Diese Extrakte enthalten neben T3 und T4 auch noch Thyreoglobulin (ein Eiweiß der Schilddrüse) sowie Hormonvorstufen, selenhaltige Enzyme und verschiedene andere Begleitstoffe. Die Schilddrüsenhormone kommen also in einem Verbund und nicht isoliert in den Körper. Die richtige Dosierung des Schilddrüsenextrakts erfordert allerdings ähnlich wie die Dosierung der Schilddrüsentabletten viel Fingerspitzengefühl.

Alternative Behandlungsstrategien bei der Hashimoto Thyreoiditis

Ist denn nun die lebenslange Einnahme von Schilddrüsenhormonen das Einzige, was du tun kannst? Nein. Es gibt alternative Behandlungsstragien. Vier dieser Möglichkeiten möchte ich dir hier vorstellen.

1

Den Darm behandeln!

Der bekannte Gastroenterologe Alessio Fasano hat in mehreren seiner Veröffentlichungen betont (vgl. Leaky gut and autoimmune diseases), welch entscheidende Rolle der Darm für die Entstehung von Autoimmunerkrankungen spielt. Ursache für Autoimmunerkrankungen wie die Hashimoto Thyreoiditis ist demnach eine erhöhte Durchlässigkeit des Darms (Leaky gut). So gelangen Fremdeiweiße und andere Abfall-/Giftprodukte in den Körper, die sonst niemals ihren Weg hierhin gefunden hätten. Diese Stoffe haben im Blut nämlich gar nichts verloren. Das Immunsystem schlägt Alarm. Infolge kann es eben auch zu solchen autoimmunen Reaktionen kommen. Um sicherzugehen, dass die Durchlässigkeit deines Darms okay ist, kannst du einen Stuhltest machen.

Mögliche Ursachen für eine erhöhte Darmdurchlässigkeit sind übrigens u. a. Stress, Fehlernährung, Medikamente wie beispielsweise Antibiotika, Schmerzmittel und die Antibabypille oder auch ein Zinkmangel.

2

Die Behandlung mit Mikronährstoffen!

Mikronährstoffe sind für sämtliche Stoffwechselprozesse von großer Bedeutung. Bei der Hashimoto Thyreoiditis sind besonders wichtig:

  • Jod
  • Zink
  • Magnesium
  • Selen
  • Vitamin D
  • Eisen
  • Vitamin A
  • B-Vitamine

Bevor du aber nun in die Drogerie läufst und dir sämtliche Nahrungsergänzungen nach Hause holst – STOPP! Insbesondere die Behandlung mit Jod muss gut überdacht und auf die individuelle Situation abgestimmt werden. Suche dir hier besser therapeutische Unterstützung und lasse deine Mikronährstoffe vor der Einnahme checken.

3

Mit ätherischen Ölen unterstützen!

Natürlich hat die Natur auch bei der Hashimoto Thyreoiditis einiges parat. Ich arbeite in meiner Praxis besonders gerne mit ätherischen Ölen. Hilfreich sind Öle wie Lavendel oder Bergamotte, die den Geist und das Körpersystem beruhigen. Sie unterstützen dich, vor allem wenn mal wieder „alles zu viel“ ist. Öle wie Rosmarin oder Thymian wirken anregend und können den s. g. „Kopfnebel“ abmildern. Pfefferminze und Weihrauch werden gern bei entzündlichen Prozessen eingesetzt. Sanfte Einreibungen im Bereich der Schilddrüse mit Öl oder einer entsprechenden Creme werden von den meisten Patientinnen als sehr wohltuend empfunden und lassen sich in Eigenregie zuhause durchführen.

4

Mit der Ernährung Einfluss nehmen!

Den größten Erfolg bringt vielfach die Umstellung der Ernährung. Frauen mit einer Hashimoto Thyreoiditis reagieren überwiegend negativ auf Gluten. Der Verzicht kann dann das Wohlbefinden deutlich verbessern. Auf den übermäßigen Verzehr von Soja, Kohl, Bohnen und Hirse solltest du auch verzichten. Diese Nahrungsmittel enthalten Substanzen, die die Versorgung des Körpers mit Schilddrüsenhormonen hemmen können. Achte auf eine möglichst naturbelassene Kost ohne Farb-, Konservierungs- oder andere Zusatzstoffe. Denn diese können u. a. die Entstehung eines Leaky gut Syndroms fördern.

Du siehst also:

Die Hashimoto Thyreoiditis ist ein echtes Chamäleon.

Wenn du sie allerdings erstmal entdeckt hast, dann verliert sie ihren Schrecken. Denn dann kannst du Step für Step an den einzelnen Faktoren, die die Erkrankung und dein Wohlbefinden beeinflussen, arbeiten.