Stress abzustellen oder zu reduzieren ist erfahrungsgemäß noch schwieriger als eine Schokoladensucht erfolgreich zu besiegen. Keine Sorge, das ändert sich sofort, wenn du verstehst, wie genau sich Stress auf deine Fruchtbarkeit auswirkt. Nach dem Artikel wirst du erstaunt feststellen, was Stress mit deinem Zyklus macht und du wirst motiviert Lösungen für deine Stressbalance finden.

Check: Bist du ein Stressopfer?

Erste Alarmsignale können sein: Schlafstörungen, Erschöpfungszustände, Stimmungsschwankungen, sexuelle Lustlosigkeit, Infektanfälligkeit. Aber auch prämenstruelle Beschwerden, Zyklusstörungen oder Myome geben dir eindeutige Hinweise, dass Stress überhand genommen haben kann und du auf jeden Fall an deiner Stressbalance arbeiten solltest 🙂

Bist du bereit zu erfahren, was genau Stress mit der Fruchtbarkeit macht?

Ich möchte dich nicht länger auf die Folter spannen und los geht’s:

  • Stress kann vorzeitige Eisprünge auslösen. Darüber hinaus lassen sich die unreifen Eizellen leider auch nicht leicht befruchten. Puhh… das ist keine gute Nachricht. Du kannst das ganz leicht für dich prüfen: Neigst du zu Eisprüngen vor dem 12. Zyklustag? Dann sollte deine allererste Maßnahme eine Stressbalance werden, dazu später mehr.
  • In extremen Stressphasen können Eisprünge komplett ausbleiben. Vergiss nicht, dass Stressphasen auch durch Leistungssport oder Fastenkuren ausgelöst werden können. Unter Stress reduziert der Körper seine Kräfte auf den Erhalt lebenswichtiger Funktionen – Eizellreifung und Eisprung gehören hier nicht dazu!
  • Stress kann die zweite Zyklusphase (= Gelbkörperphase) verkürzen. Das kann zu Problemen bei der Einnistung führen und leider auch Fehlgeburten begünstigen. Du kannst das ganz leicht für dich prüfen: Dauert deine zweite Zyklusphase weniger als 8-10 Tage? Dann hat deine Stressbalance jetzt oberste Priorität.
  • Stress kann auf Dauer massiv die Schilddrüse belasten, die wiederum als das zentrale Schlüsselorgan in der Fruchtbarkeit gilt. Mit einer leichten Schilddrüsenunterfunktion wirst du es leider schwer haben, schwanger zu werden und schwanger zu bleiben!
  • It takes two! Auch für deinen Mann ist eine gute Stressbalance wichtig, Stress reduziert die Spermienqualität erheblich!

Fazit

Stress ist Gift für die hormonelle Balance! Und es macht absolut Sinn, an einer gesunden Stressbalance zu arbeiten – deine Fruchtbarkeit, deine Gesundheit und dein Wohlbefinden werden es dir danken!

Was kannst du JETZT konkret tun?

Die folgenden 5 Schritte zeigen dir konkret den Weg aus der Stressfalle hinein in die Balance. Schenke dir 10 Minuten Zeit, mache es dir bequem, lege dir ein Blatt Papier und einen Stift zur Hand. Bist du bereit für die 5 Schritte? Los gehts!

Schritt 1

Notiere deine 3 stärksten Energieräuber.

Schritt 2

Notiere deine 3 stärksten Kraftquellen.

Schritt 3

Nun kommt der wichtigste Schritt: Komme ins TUN! Überfordere dich nicht, starte in Babyschritten. Hier ein konkretes Beispiel: Hattest du einen stressigen Tag, dann sei dir der Verantwortung bewusst, dich bis spätestens am Abend mit einen oder mehreren deiner Kraftquellen zu versorgen. So kannst du gezielt deine Stresshormone abbauen. Und das ist enorm wichtig, denn sonst nimmst du die Stresshormone wieder mit in den neuen Tag und die Spirale geht weiter. Es ist einfacher als du denkst, probiere es aus!

Schritt 4

Lobe dich, dass du liebevoll an deiner Stressbalance arbeitest. 🙂

Schritt 5

Das beste und nachhaltigste Rezept ever: Geh in den Wald. Insgesamt 3 Stunden pro Woche 🙂 Im Wald gibt es keine Reizüberflutung, keine negative Ablenkung. Erkunde den Wald mit all deinen Sinnen. Wie riecht der Wald? Wie wirkt das unterschiedliche Moosgrün auf dich? Grün wirkt erwiesenermaßen beruhigend auf unser Nervensystem. Du wirst merken, wie all deine Sinne wach werden – wie du es knacken hörst – die Vögel zwitschern. Nach einer Stunde im Wald bist du wieder aufgeladen und frisch und erholt. Jeder Frau im Kinderwunsch empfehle ich mindestens 3 Stunden in der Woche einen Waldspaziergang zu machen. Probiere es aus, es lohnt sich!

Was kannst du NOCH tun?

  • Decke deinen täglichen Vitamin-C-Bedarf. Stress ist bekanntlich ein Vitaminräuber und in anstrengenden Phasen ist es besonders wichtig auf einen guten Vitaminhaushalt zu achten.
  • Stress führt zu Übersäuerung, deshalb solltest du unbedingt auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Darüber hinaus kannst du mit Hilfe von Nierentees die Nierenfunktion stärken, damit die angefallenen Säuren mit dem Urin ausgeschieden werden können.
  • Sofern du überprüfen möchtest, inwieweit Stress deine Fruchtbarkeit beeinflusst, solltest du folgende Laborparameter unbedingt untersuchen:
  • TSH, fT3, fT4 (Check Schilddrüse)
  • Cortisol, DHEA (Check Stresshormone)
  • Progesteron (= Gelbkörperhormon), Östrogen (Check Geschlechtshormone)

Ein einfacher Tipp

Führe für 2-3 Zyklen eine Temperaturkurve, um einem verfrühten Eisprung (vor dem 12. Zyklustag) oder einer verkürzten zweiten Zyklusphase (weniger als 8-10 Tage) auf die Schliche zu kommen.

Fazit

In diesem Artikel hast du mehr darüber erfahren, wie genau Stress deine Fruchtbarkeit beeinflussen kann. Das motiviert auf jeden Fall, die eigene Life-Balance achtsam unter die Lupe zu nehmen und kleine Veränderungen umzusetzen. Achte hier ganz neugierig auf dein Bauchgefühl, es wird dich in die richtige Richtung lotsen. Viel Freude dabei!