App statt Schmerztabletten, ist das möglich? So gut wie alle jungen Frauen leiden an Regelschmerzen. Besonders während hormonellen Umstellungsphasen, wie z.B. der Pubertät oder nach dem Absetzen der Pille, können diese sehr unangenehm werden. Leider betäubt man starke Beschwerden während der Periode häufig Monat für Monat mit Schmerzmitteln. Natürlich haben auch diese Nebenwirkungen und sind auf Dauer nicht sonderlich gesund. Doch jetzt zumindest für Apple-Nutzer gibt es eine neue Lösung: Akupressur mit Hilfe einer App!

 

Jede Leserin, die den Blog schon länger verfolgt, weiß, dass ich kein Fan von Schmerzmitteln bin. Genau deshalb versuche ich auch immer wieder, euch Alternativen zu bieten, wenn es um Regelschmerzen geht. Hierzu habe ich bereits in einem Artikel meine persönlichen und ganz natürlichen Tipps zur Linderung der Beschwerden zusammengefasst. Außerdem habe ich euch auch schon von Livia berichtet und dieses kleine Schmerz wegzaubernde Gerät natürlich auch für euch getestet. Sobald es also etwas Neues auf dem Gebiet der natürlichen Schmerztherapie gibt, bin ich immer sofort dabei. Natürlich war ich sofort begeistert, als ich von der neuen App und den Studien der Charité Berlin hörte.

Was ist Akupressur?

Die Akupressur ist ein wesentlicher Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin (kurz TCM) und ein Vorläufer der Akupunktur. Im Grunde unterscheiden sich Akupressur und Akupunktur nur in einem Punkt: Während bei der Akupunktur kleine Nadeln in bestimmte Punkte gestochen werden, funktioniert die Akupressur mit Druck und Massage auf diese speziellen Punkte. Die Theorie dahinter und der gewünschte Effekt sind allerdings gleich: Durch das Stimulieren der definierten Akupressurpunkte werden die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert und somit Beschwerden gelindert. Im Gegensatz zur Akupunktur kann man Akupressur auch ganz einfach selbst zuhause anwenden.

 

Hintergrund der Akupressur in der TCM

Die Traditionelle Chinesische Medizin geht davon aus, dass es in jedem Körper eine Lebensenergie gibt, das Qi. Diese Energie fließt über Kanäle (Meridiane) durch den Körper und konzentriert sich in den Organen. Man glaubt, dass die Gesundheit eines Menschen von der Ausgewogenheit der Lebensenergie abhängig ist und dass im Umkehrschluss Krankheiten, Beschwerden und Schmerzen nur entstehen können, wenn das Qi nicht richtig fließen kann. Somit sind Unterleibsschmerzen aus Sicht der TCM Blockaden der Lebensenergie.

 

Akupressurpunkte und Meridiane

In der TCM gibt es zwölf Hauptmeridiane und acht außerordentliche Meridiane. Diese Kanäle bzw. Leitbahnen der Lebensenergie finden sich sowohl im Körper als auch auf der Körperoberfläche und sind eng miteinander verstrickt. Ist also ein Meridian blockiert, dann kann das damit verbundene Organ nicht mehr richtig arbeiten und Probleme verursachen.

Auf unseren zwölf Hauptmeridianen finden sich ganze 361 Akupressurpunkte für die verschiedensten Beschwerden, Symptome oder Organe. Wenn man weiß, wo man nach den Punkten suchen muss, lassen sich diese meist auch ganz leicht finden, denn sie sind druckempfindlicher als andere Stellen unseres Körpers. Mittlerweile gibt es die verschiedensten Anwendungsbereiche für diese Art der Therapie und für einige Behandlungsspektren auch erfolgreiche Studien. Beispielsweise ist nachgewiesen, dass die Stimulation gewisser Punkte bei Übelkeit, Erbrechen, Schlafstörungen und Muskelschmerzen helfen kann.

 

Akupressur bei Regelschmerzen

Diese hilfreiche Methode lässt sich auch ganz fantastisch für Beschwerden während der Periode anwenden. Laut den neuesten Erkenntnissen der Charité Berlin braucht man bei der Behandlung von Menstruationsbeschwerden nur drei Akupressurpunkte. Diese werden einige Tage vor und während der Menstruation mehrfach am Tag stimuliert. Um einen Akupressurpunkt zu stimulieren, wird mit dem Daumen Druck darauf ausgeübt. Dabei werden eine Minute lang kreisende Bewegungen gemacht.

Die drei Akupressurpunkte, die bei Regelschmerzen helfen, sind:
Dickdarm (LI) 4
Leber (LR) 3
Milz (SP) 6

Damit die Akupressur auch für Laien einfach anzuwenden ist, gibt es nun eine App. Die App Luna sagt einem nicht nur, wann man mit den Anwendungen beginnen muss, sondern auch, wo sich die Punkte befinden und wie lange sie stimuliert werden müssen. Das alles sogar noch in verständlichen Videoanleitungen.

Wie funktioniert die App?

Mit Hilfe der App wird aktuell noch eine Studie durchgeführt, weshalb man zu Beginn erstmal einige Fragen zu seiner Periode und zum Zyklus beantworten muss. Dieses Prozedere ist aber in 5 Minuten erledigt. Anschließend bietet die App eine Zyklusübersicht inkl. Prognose der nächsten Blutung, beides als Dashboard oder Kalenderansicht. Der Clou an dieser App ist aber der Menüpunkt Akupressur! Hier wird jeder Akupressurpunkt jeweils in einem Video erklärt. Dort erfährt man genau, wie man die Punkte findet, wie man sie drücken bzw. massieren muss, wie lange die Stimulation ausgeführt werden sollte und wie oft man die Akupressur wiederholen  kann.

Da es am besten ist, diese Anwendungen bereits 5 Tage vor der Menstruation zu beginnen, erinnert die App auch noch daran, wann gestartet werden muss. Die Videoanleitung kann man sich so oft anschauen wie man möchte und sie bei jeder Massage verwenden. Intelligenterweise haben die Videos auch einen Timer, der genau anzeigt, wie lange welcher Punkt massiert werden muss.

akupressur-app-videoanleitung
akupressur-app-dashboard
akupressur-app-journal
Ratgeber

Ergebnisse der Studie

Die Charité Berlin führte von 2012 bis 2015 eine Studie zu einer solchen App durch. Ingesamt nahmen 221 Frauen zwischen 18 und 34 Jahren, die an starken Regelschmerzen litten, an der Studie teil. Sie wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe versuchte, die Regelschmerzen mit Schmerzmitteln oder Antibabypille in den Griff zu bekommen, die andere bekam eine App mit einer genauen Anleitung zur Akupressur zur Verfügung gestellt. Die Selbsttherapie mit der Akupressur sollte kurz vor und während der Menstruation durchgeführt werden.

Die Ergebnisse waren mehr als erstaunlich!

Bereits nach drei Monaten berichteten 37 % der Frauen in der App-Gruppe, dass sich die Schmerzen während der Periode um die Hälfte verringert haben, und nach drei weiteren drei Monaten waren es sogar 58 % der Frauen. Die Frauen der Verhütungs- und Schmerzmittelgruppe hatten nicht so viel Erfolg. Hier gab es auch nach sechs Monaten nur 25 %, die eine vergleichbare Besserung ihrer Beschwerden verspürten.

Klarer Sieg für die App!

Luna ist definitiv einen Versuch wert!

Ich persönlich finde ja, dass man jeder Methode, die eine Schmerzlinderung ohne Medikamente verspricht, definitiv eine Chance geben sollte. Wer die App testen möchte, kann sie sich hier im App Store kostenfrei runterladen. Aktuell gibt es sie leider nur für Apple-Geräte.

Wenn ihr schon Erfahrungen mit der App oder mit Akupressur habt, dann schreibt es mir doch gerne in die Kommentare. Ich bin sehr gespannt auf eure Berichte!

Über die Autorin dieses Artikels

Isabel ist Gründerin von Generation Pille und Autorin des Buches "ByeBye Pille". Ziel der Seite und jedem einzelnen Beitrag ist es, Frauen zu helfen, ihren Körper besser zu verstehen, Symptome zu deuten und sowohl körperliche als auch hormonelle Zusammenhänge zu begreifen. Der Fokus ihrer Beiträge liegt hierbei ganz klar auf den Themengebieten Frauengesundheit, Hormone, hormonelle Beschwerden und natürliche Verhütung. Fragen oder Anregungen kannst du gerne persönlich per Mail an isabel@generation-pille.com schicken.   

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